Hückeswagener Peter Biesenbach: Der Justizminister feiert 70. Geburtstag

Hückeswagener Peter Biesenbach: Der Justizminister feiert 70. Geburtstag

Die Krönung seiner politischen Karriere erlebte Peter Biesenbach in einem Alter, in dem andere längst im Ruhestand sind. Doch der Hückeswagener hat für den Traum, einmal Minister zu sein, lange gekämpft. Am heutigen Samstag wird er 70 Jahre.

Wer am heutigen Samstag beim Bummeln durch das karnevalsverrückte Köln geht, muss nicht irritiert sein, wenn er ein vermeintliches Peter-Biesenbach-Double sieht: Es wird das Original sein. Der Hückeswagener will seinen runden Geburtstag zusammen mit seiner Frau Silvia Liebig-Preuten ruhig angehen. "Wir werden nach Köln fahren, dort frühstücken und ein wenig bummeln", erzählt der Justizminister des Landes NRW im Gespräch mit unserer Redaktion. Abends dann wird das Paar, das an diesem Tag zehn Jahre standesamtlich verheiratet ist, mit Freunden und der Familie feiern. "Die große Feier folgt im Juni", sagt Biesenbach. Dann wird nicht nur sein 70. Geburtstag gebührend gefeiert, sondern auch der zehnte kirchliche Hochzeitstag.

Foto: BM-Archiv/Hans-Dieter Schmitz

Wenn über einen Politiker auch von politischen Gegner mit Hochachtung gesprochen wird, dann muss er etwas Besonderes erreicht oder geleistet haben. Biesenbach ist ein Beispiel dafür. Als der CDU-Politiker am 30. Juni 2017 zum Justizminister des Landes ernannt worden war, honorierte das beispielsweise auch Hans-Jürgen Grasemann. Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion versichert: "Ich finde das toll." Biesenbach sei der richtige Mann für diesen Posten.

( Biesenbach als CDU-Ratsherr neben Frank Moritz, der immer noch im Rat sitzt. ' Keine Angst vorm Karneval. Foto: jkö, Schmitz, BM

Da schwingt auch etwas Stolz mit, dass es ein Hückeswagener auf einen Ministerposten geschafft hat. Damit ist Grasemann nicht der Einzige in der Schloss-Stadt. Seit Biesenbach Justizminister des Landes ist, erlebt er diesen Stolz immer wieder, wenn er in seiner Heimatstadt auf die Straße geht. Etwa im Eiscafé, im Rewe-Markt oder im Blumenladen sprechen ihn Menschen an, die er gar nicht kennt und die ihm gratulieren. "Sie wünschen mir viel Glück, fragen mich, ob ich noch Spaß habe oder zufrieden bin", berichtet er. Es sei toll, wenn es für die Hückeswagener einen Grund gebe, auf einen anderen Hückeswagener stolz zu sein, hatte Biesenbach im August im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. Für ihn sei das aber auch eine Verpflichtung, dem weiter zu entsprechen.

Foto: B. Schälte / Landtag

Für Biesenbach ist das kein Lippenbekenntnis. Gerade weil der Jurist, der lange Jahre in einer Hückeswagener Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet hatte, seiner Heimat und vor allem dem ländlichen Raum verbunden ist, kämpft er seit seinem ersten Einzug in den Landtag im Jahr 2000 darum, dass dieser in einem Bundesland mit vielen Großstädten und Ballungsräumen nicht vergessen wird.

Foto: BM-Archiv

Biesenbachs großer Traum aber war immer das Ministeramt. Dabei war der Hückeswagener schon einmal ganz nahe dran. Doch der Traum zerplatzte am 13. März 2012, als der damalige CDU-Spitzenkandidat Dr. Norbert Röttgen gegen die von Hannelore Kraft geführte SPD die Landtagswahl verloren hatte. Dabei war Biesenbach im Fall eines Wahlsiegs für das Amt des Justizministers vorgesehen. Mit fünfjähriger Verspätung klappte es dann doch noch.

Seit dem Sommer hat sich der Hückeswagener an die neuen Aufgaben gemacht und spricht dabei von "vielen Baustellen". So hat Biesenbach 1137 neue Stellen in der Justiz geschaffen - "so viele wie noch nie in der Geschichte des Landes". Er kämpft für eine schnellere Vollstreckung und die Förderung des Nachwuchses in der Justiz. Biesenbach hat als Minister im Dezember eine Opferschutzbeauftragte installiert, und er will das Persönlichkeitsrecht im digitalen Zeitalter stärken. Zudem arbeitet er an der Verwirklichung weiterer Ideen - und davon hat er eine Menge.

Biesenbachs Frau hat Verständnis dafür, dass er, obwohl eigentlich längst im Rentenalter, seinen Traum verwirklicht. Er habe sich immer gewünscht, nicht nur Oppositionsarbeit zu machen, sondern auch Ergebnisse zu produzieren. "Jetzt habe ich die Chance, aktiv zu werden. Da gehe ich doch nicht in den Ruhestand", betont der Politiker. Für das Ehepaar bleibt aber immer noch gemeinsame Zeit, wenn auch etwas enger getaktet. So werden die Hückeswagener "ihren" Peter Biesenbach und seine Ehefrau Silvia Liebig-Preuten weiterhin etwa beim Einkaufen, im Eiscafé, im Kultur-Haus Zach oder radelnd auf dem Radweg erleben.

(büba)