Der Hückeswagener Horst Hellerling feiert seinen 90. Geburtstag.

Rüstiger Rentner: Horst Hellerling feiert seinen 90. Geburtstag

Er sei in erster Linie dankbar, sagt der Ehrenvorsitzende des RBS und der Frühschwimmer, wenn er an sein hohes Alter denke.

Man sieht Horst Hellerling nun wirklich nicht an, dass er heute 90 Jahre alt wird. Der Ehrenvorsitzende der Rehabilitation- und Behindertensportgemeinschaft (RBS) und der IG Frühschwimmer wirkt im Gegenteil sehr vital. „Die Beene wollen nicht mehr so“, berlinert er gut gelaunt und ergänzt: „Aber das ist was Mechanisches und keine Krankheit.“

Und es ist wohl diese gute Laune, die zusammen mit seiner positiven Grundstimmung zur Gesundheit auch im hohen Alter beiträgt. „Zu den Ärzten gehe ich nur prophylaktisch. Und ich sage immer zu ihnen: Fragen Sie mich nicht, wie es mir geht, sonst fang ich nur an zu grübeln.“ Stattdessen sollte man ihn lieber fragen, wie ihm das Bier schmeckt. „Da weiß ich sofort die Antwort“, sagt er und lacht verschmitzt. Er sei kein Pilstrinker, am liebsten trinke er das Bergische Landbier.

Überhaupt ist Horst Hellering, der schon seit 1967 in Hückeswagen lebt, mit dem Bergischen sehr verwurzelt. Seine Berliner Heimat vermisst er nicht sehr. „Ich sag immer so: Meine Heimat ist Berlin, aber mein Zuhause ist in Hückeswagen.“ Beruflich sei er schon in den 1950er-Jahren aus Berlin weg. „Hier im Bergischen hat es mir direkt gefallen. Die Stadt war mir von Anfang an sehr sympathisch.“ Die Heimatstadt besucht er hingegen mindestens einmal im Jahr: „Dann fahre ich in zwei Etappen mit dem Auto zum Klassentreffen“, sagt er.

Von Anfang an stehen für den Exil-Berliner Vereine und Sport im Mittelpunkt. „In Berlin war ich ziemlich eifriger Kanute. Aber hier bin ich dann direkt in den ATV eingetreten und dort in die Wandergruppe“, sagt Horst Hellering. In der ist er heute noch, auch wenn er natürlich keine Wanderungen mehr mitlaufen kann. „Aber ich fahre immer zum Zielpunkt, kehre dann mit den Wanderern ein und nehme den einen oder anderen im Auto mit nach Hause“, erzählt der Jubilar. Noch intensiver sind seine Beiträge für die RBS und die Frühschwimmer gewesen. „Da bin ich heute noch Ehrenvorsitzender und helfe mit, wo meine Hilfe gefragt ist“, sagt Horst Hellerling. Und ergänzt: „Das macht ja auch Spaß.“

Seine besonders aktive Vorstandszeit ist mit der Rente gekommen. Wobei er da ja eigentlich ganz was anderes vorgehabt habe, wie er lachend sagt: „Eigentlich wollte ich da meine Modeleisenbahn auf dem Dachboden ausbauen. Aber man hat mitbekommen, dass ich plötzlich viel Zeit hatte – und hat mich direkt für die Vereinsarbeit eingespannt.“ Seit einigen Jahren lässt er es hingegen ruhiger angehen. Das Gefühl, wenn er sein Alter betrachtet, ist indes völlig eindeutig: „Ich bin dankbar. Und das ist eine ganz ehrliche und tiefe Dankbarkeit“, sagt er. 90 Jahre – das sei ein Alter, mit dem er auch nicht gerechnet habe. „Ich lebe nicht im Gestern oder Morgen, ich lebe im Heute,“ sagt der Jubilar.

An seinem Geburtstag ist Horst Hellerling nicht zu Hause. „Mein Sohn und meine Tochter haben mich auf eine Fahrt ins Blaue eingeladen. Ich habe keine Ahnung, wohin es gehen wird“, erzählt er. Die Kinder hätten gesagt: „Wenn du in Hückeswagen bleibst, hast du bestimmt vor lauter Gratulanten keine Ruhe.“ Als, wörtlich gemeint, „Lokalpatriot“ könne er ja das restliche Jahr über in den Hückeswagener Kneipen auf seinen 90. Geburtstag anstoßen.

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