100 Jahre Pflitsch: Den Mehrwert für den Kunden im Blick

100 Jahre Pflitsch : Den Mehrwert für den Kunden im Blick

Pflitsch punktet mit dem Systemgedanken, der durch praktische Werkzeuge und Dienstleistungen ergänzt wird.

Wer schon einmal eine neue Einbauküche geplant hat, weiß, wie viele Dinge beachtet werden müssen, damit am Ende alles perfekt zusammenpasst. Mit dem Kabelkanal-System von Pflitsch ist das ähnlich. Das Unternehmen bietet spezielle Lösungen der Kabelführung in der Industrie, bei denen nicht nur die baulichen Gegebenheiten beachtet werden müssen, sondern auch Vibration, Beschleunigung, Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit. „Mit unserem CAD-Programm lassen sich individuelle Streckenverläufe direkt am Computer dreidimensional erstellen“, erläutert Ralf Paulus, der als Produktmanager im Bereich Kabelkanal für Entwicklung, Vertrieb, Beratung und Konstruktion verantwortlich ist.

Um das Prozedere für den Kunden möglichst einfach zu gestalten, hat Pflitsch schon sehr früh begonnen, nützliche Werkzeuge und Maschinen zur Anpassung der Kanäle zu entwickeln und ins Programm aufzunehmen. Schon bald entstand auch die Idee, „intelligentes“ Blech anzubieten: Statt Standard-Kanäle zu liefern, die der Kunde selbst bearbeiten und zusammenstellen muss, gibt es bei Pflitsch einen Baugruppen-Service, mit dem Kundenkanäle am Bildschirm geplant, im Hückeswagener Werk konfektioniert und termingerecht als einbaufertige Baugruppe geliefert werden. Der Kunde spart somit eine Menge Zeit und kann den Kanal zu kalkulierten Kosten beziehen.

„Die gesamte Baugruppe wird unter nur einer Bestellnummer entwickelt“, sagt Paulus. Die einmal erstellten Projektdaten lassen sich jederzeit abrufen und auf sich ändernde Baupläne der Maschinen anpassen – ein weiterer Schritt Richtung Industrie 4.0 und der zukünftigen Digitalisierung von Prozessen. Und eine Innovation, die bei den Industriekunden bestens ankommt und mit denen sich das Hückeswagener Unternehmen deutlich von der Konkurrenz abhebt: Um der steigenden Nachfrage nach Kanal-Baugruppen gerecht zu werden, investierte Pflitsch erst kürzlich in das neue Kompetenzzentrum Kabelkanal im Werk 2 im Industriegebiet Winterhagen, dem ehemaligen Werk von Magna Powertrain.

Bis etwa Mitte der 1980er Jahre wurden Kabel in der Industrie meist mit individuell angefertigten Kabelpritschen und -wannen durch Maschinen und Anlagen geführt. Der damalige Geschäftsführer Harald Pflitsch hatte die Idee, mit standardisierten Kanalsystemen die mechanische Führung zu optimieren, die Fertigungs- und Montagezeiten zu reduzieren und die Kabelführung wirtschaftlicher zu machen. „Harald Pflitsch ist ein sehr innovativer Mensch und sehr detail- und blechverliebt“, sagt Paulus über den ehemaligen Geschäftsführer.

In Deutschland führte Pflitsch daraufhin den Industrie-Kanal ein – ein Kanalsystem aus hochwertigem Stahlblech, das dank der etwa 100 Formteile die individuelle Kabelführung sicherer und wirtschaftlicher machte. „Durch den scharnierten, abnehmbaren Deckel kann der Elektriker die benötigten Kabel einfach einlegen und bei Bedarf ergänzen oder sie wieder herausnehmen“, erklärt Paulus.

Was sich so vorteilhaft anhört, beweist sich in der Praxis. Auf Fachmessen stellt Pflitsch sein Produkt-Portfolio vor, Paulus fährt aber auch mit dem „Show-Truck“ direkt zu den Kunden. „Wir erreichen vor Ort die Mitarbeiter, die nicht auf Messen geschickt werden, aber mit den Kabelkanälen arbeiten“, betont der 60-jährige Wipperfürther. „Pommesbude“ nannte er den mobilen Ausstellungsraum, als der noch ein Anhänger war. Heute ist das Show-Fahrzeug europaweit im Einsatz.

„Geht nicht, gibt‘s nicht“, lautet ein Motto des erfahrenen Mitarbeiters des Hückeswagener Unternehmens. „Man entwickelt mit den Jahren ein Gespür und Instinkt dafür“, fügt Ralf Paulus hinzu, der dank des ausgeklügelten Systems auch komplizierte Kundenwünsche und Anforderungen realisieren kann.

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