Hückeswagen: Dem Bergbau auf der Spur

Hückeswagen: Dem Bergbau auf der Spur

Der Hückeswagener Siegfried Berg hat eine Vorliebe für Dinge unter der Oberfläche. Für die BGV-Schriftenreihe „Leiw Heukeshoven“ erforscht er derzeit Bergbau-Objekte in der Schloss-Stadt.

Modernste Technik kommt zum Einsatz, wenn Siegfried Berg loszieht, um den Untergrund Hückeswagens zu untersuchen. Dann nimmt er seinen digitalen Ultraschall-Kalkulator mit Laserzeiger mit, um Stollen aller Art auszumessen. Er besucht Orte mit so klangvollen Namen wie „Apollo 7“, „Bolivar“, „Quaste“ oder „Conrad“.

Seit einem Vierteljahr arbeitet der ehrenamtliche Bodendenkmalspfleger und ehemalige Leiter des Heimatmuseums intensiv an der Erforschung der Bergbaugeschichte. „Zusammen mit Lothar Bubke vom Bergischen Geschichtsverein bereite ich eine Sonderveröffentlichung von ,Leiw Heukeshoven’ vor, die möglicherweise 2008 erscheinen wird“, erläutert Berg den Grund für seine Aktivitäten.

Heimatforscher Wilhelm Blankertz hatte 1942 ein 55-seitiges Vortragsmanuskript erstellt, das seit Jahrzehnten unbearbeitet im Archiv des BGV lag. „Blankertz hatte die Eigenart, nicht alle Quellenangaben genau anzugeben. Die habe ich teilweise nacharbeiten und korrigieren müssen“, erzählt Berg. Herauskommen soll ein wissenschaftlicher Aufsatz, der jeder Überprüfung standhält.

Weitere Grundlage für das Werk sind Kopien von Prozessakten, die beispielsweise Beleihungen von Mutungen (Genehmigungsanträge an die Bergbaubehörde für eine Grabung, Anm. d. Red.) zum Gegenstand haben. Nach den Angaben von Blankertz, Informationen aus den Akten des Gerichts und den eigenen Messungen vor Ort kartografiert der 66-Jährige sämtliche Stollen, Steinbrüche und Tunnelanlagen des Stadtgebiets. „Wir haben in Hückeswagen schätzungsweise 60 Objekte, die wir beschreiben werden“, kündigt Berg an.

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Die zwei aus Sicht der Historiker wichtigsten Bergbauobjekte sind die Schlosszisterne und ein Tunnel, der vom ehemaligen Hof Hammerstein zum Hausbrunnen weiter unter der Wupper verläuft. Ralf Preuss aus Radevormwald-Honsberg, der einmal auf dem Hof gewohnt hat, bestätigt gegenüber der BM die Existenz des Stollens. „Dieser ist jedoch nach der Anstauung der Wupper-Talsperre nicht mehr zugänglich.“

Eine weitere Hilfe zur Bewertung der Bergbau-Objekte sind Funde vor Ort. „Ich sammele Belegstücke, beispielsweise eisenhaltige Steine, die sich in der Nähe der vermuteten Grabungsstätte befinden“, erläutert Berg seine Vorgehensweise.

Angefangen hatte die Leidenschaft für alles Unterirdische bei dem passionierten Heimatforscher übrigens 1954 im Alter von 14 Jahren. „Da habe ich angefangen, Mineralien zu sammeln. Später habe ich auch als Bodendenkmalspfleger gearbeitet“, blickt der Hückeswagener zurück. Mittlerweile hat er zahlreiche heimathistorische Aufsätze veröffentlicht, unter anderem ein viel beachtetes Werk über die Ortschaft Schückhausen bei Straßweg.

(RP)
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