Hückeswagen: David Weyer mit groovigem Besenswing

Hückeswagen: David Weyer mit groovigem Besenswing

Platz zwei für den Hückeswagener beim Landeswettbewerb "Jugend jazzt NRW". Der 15-Jährige lernt Schlagzeug in der Musikschule. Begonnen hat David Weyer mit dem Erlernen des Instruments bereits vor neuneinhalb Jahren.

Aus den Räumen der Montanusschule klingen Trompetentöne und Trommeln. Hier werden die "lauten" Instrumente gespielt, die in der Musikschule unterrichtet werden. Auch falsche Töne oder Rhythmen stören keine Anwohner. Dabei sind die Übungsstunden hörenswert, so wie die des Schlagzeugers David Weyer.

Seit November bereitete sich der 15-jährige Hückeswagener mit seinem Musiklehrer Dirk Fahlenbock auf den Landeswettbewerb "Jugend jazzt NRW" vor. Das Ergebnis überzeugte auch die Jury Ende Januar in Dortmund: Sie honorierte die Leistung des 15-Jährigen mit 20 von 25 möglichen Punkten und dem zweiten Preis.

"Ein toller Erfolg", sagt Musikschulleiter Eckhard Richelshagen. Im Unterschied zu "Jugend musiziert" müssen sich die Teilnehmer des Landeswettbewerbs nicht über Regionalwettbewerbe qualifizieren. Dadurch sei das Niveau recht hoch. "Unter den Konkurrenten gab es einige mit sehr viel Jazz-Erfahrung", sagt Weyer, der mit seiner Leistung zufrieden ist. "Ich war der Jüngste in meiner Altersklasse, daher habe ich nicht so viel erwartet und bin dafür mit mehr Spaß an die Sache gegangen", berichtet er. Vor der dreiköpfigen Jury spielte er die Stücke "Walkin' Tiptoe" von Bert Joris und "Cape Verde" von George Robert. Begleitet wurde er von einem vom Veranstalter gestellten Pianisten und einem Bassisten. 15 Minuten Zeit blieben für das Einspielen mit der Combo, ebenso 15 Minuten dauerte das Vorspiel.

Begonnen hat der 15-Jährige mit dem Erlernen des Instruments vor neuneinhalb Jahren. Täglich übt er im Dachgeschoss des Elternhauses, je nach Lust und Laune mal kürzer und mal länger. Seit drei Monaten spielt der Nachwuchsmusiker in der Wipperfürther Big Band "Be Cool" und auch auf Sessions in der Alten Drahtzieherei. Dadurch erwachte seine Leidenschaft zum Jazz. "Die Schlagzeugnoten sind im Jazz nicht so detailliert, daher bleibt viel Freiraum. Das gibt dem Ganzen seinen Charme", sagt Weyer. Er ist voller Begeisterung für diesen Musikstil.

Mit Dirk Fahlenbock hat er die Stücke für den Wettbewerb aufbereitet und Feinheiten herausgearbeitet. "Bei 'Walkin' Tiptoe' spiele ich nicht den normalen Besen-Swing, sondern eine etwas groovigere Version, um Farbe reinzubringen und die Jury zu beeindrucken", sagt der 15-Jährige. Das ist ihm offensichtlich gelungen.

Für den Musikschüler war es die zweite Teilnahme am Musikwettbewerb "Jugend jazzt". Vor zwei Jahren sicherte er sich ebenfalls einen zweiten Preis. Im zweijährigen Rhythmus wechseln die Wertungen für Combos und für Big Bands. Im übernächsten Jahren will Weyer noch einmal sein Können unter Beweis stellen. "Bis dahin möchte ich mich weiter verbessern. Dafür sind die Sessions gut, denn so bekommt man ein besseres Gefühl dafür", sagt David Weyer. Trotz aller Erfolge soll das Schlagzeugspielen für den Zehntklässler weiter Hobby bleiben. "Ich habe auch andere Interessen, wie zum Beispiel Technik. Berufsmusiker zu werden kann ich mir daher nicht vorstellen", sagt er - und nennt seine Ziele für die Zukunft.

(heka)