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Das Hückeswagener „Wohnwerk“ ist auf Corona vorbereitet

Hückeswagener Heim für Demenzkranke : Das „Wohnwerk“ ist auf Corona vorbereitet

Noch ist niemand in dem Wohnheim für Demenzkranke infiziert. Im Ernstfall könnte aber sofort reagiert werden.

Die 23 Mitarbeiter des Wohnheims an der Montanus­straße arbeiten konzentriert und motiviert. Noch hat das Coronavirus – nach derzeitigem Erkenntnisstand – das „Wohnwerk“ nicht erreicht. Den 18 Bewohnern mit unterschiedlichem Demenzgrad geht es offenbar gut. Doch sollte auch hier Covid-19, wie die schwere Lungenkrankheit heißt, Einzug halten, könnten die Mitarbeiter und das Leitungsteam um Iris Prangenberg-Röntgen zumindest das Erdgeschoss zur Quarantänestation umfunktionieren. Alle vier Zimmer dort würden dann nach Rücksprache mit der Heimaufsicht umgehend frei geräumt, so dass dort bis zu vier Bewohner isoliert werden könnten. Das hieße, dass einige Zimmer vorübergehend doppelt belegt werden müssten. „Außerdem nehmen wir zurzeit keine neuen Bewohner auf“, berichtet die Heimleiterin. Somit stehen weitere zwei Zimmer leer.

Doch soweit ist es es noch nicht. „Bei uns ist momentan alles ruhig“, versichert Iris Prangenberg-Röntgen. Weder bei einem Bewohner noch einem Mitarbeiter habe sich bislang ein Coronaverdacht ergeben. Und dank der Vertragsapotheke in Hückeswagen, der Montanus-Apotheke am Wilhelmplatz, ist das „Wohnwerk“ derzeit auch gut mit Desinfektionsmittel ausgestattet. „Das wird in der Apotheke hergestellt, und wir bekommen es in Fünf- oder Zehn-Liter-Kanistern und füllen es selber ab“, berichtet die Leiterin.

Problematisch ist dagegen die Lage bei der Schutzkleidung und den Mundschutzmasken. Letztere stellt eine Mitarbeiterin derzeit selber her – 100 Stück des dreilagigen Schutzes hat sie bereits genäht. Zwar hat die Oberbergische Gesellschaft zur Hilfe für psychisch Behinderte – die OGB ist Träger des „Wohnwerks“ – 2500 FFP2-Masken bestellt. „Die Frage ist nur, wann sie kommen“, sagt Iris Prangenberg-Röntgen. Auch wird das „Wohnwerk“ nicht die gesamte Anzahl erhalten, denn die 2500 Masken sollen auf alle Einrichtungen der OGB aufgeteilt werden.

Benötigt würden sie an der Montanusstraße aber auch nur dann, wenn tatsächlich jemand ein Verdachts- oder ein bestätigter Fall wäre. Zurzeit ist eine Bewohnerin wegen eines Bruchs im Krankenhaus. Wenn sie zurückkommt, wird sie unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt und von den Pflegerinnen dann mit FFP2-Masken betreut. „Zurzeit behelfen wir uns mit unseren selbst genähten Masken“, sagt die Leiterin. Einmalhandschuhe und Hauben seien auch vorhanden, verzweifelt gesucht wird dagegen nach Einmal-Schutzkitteln. „Wenn die Infektion kommt, dann brauchen wir sie unbedingt“, stellt Iris Prangenberg-Röntgen klar.

Großes Manko ist derzeit, dass die Mitarbeiter mit den Bewohnern nicht mehr das Haus verlassen können, um etwa in die Stadt zu gehen. „Auch haben wir vor drei Wochen schnell gehandelt und einen Besucherstopp ausgesprochen“, sagt die Leiterin. Die Angehörigen hätten Verständnis dafür.