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Das Haus für betreutes Wohnen von AWO und GBS ist fast fertig

Bauprojekt Peterstraße : Haus für betreutes Wohnen ist fast fertig

An der Peterstraße entstehen seit Anfang des Jahres acht Wohnungen für Menschen mit Behinderung. Dort wo im Mai noch Bauschutt lag, glänzen jetzt bereits die neuen Fliesen. Drei Wohnungen sind noch frei.

Bei einem Besuch im Mai lag das Innere des Hauses wortwörtlich in Trümmern. Die Wände waren kahl, wurden herausgestemmt, neue Wände eingezogen. Alte Waschbecken und Wasserleitungen lagen auf dem Boden. Aus den ursprünglich sechs Wohnungen auf drei Etagen sind nun neun geworden. Die Handwerker haben ganze Arbeit geleistet, neue Böden, Bäder und Balkone verbaut. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sommerberg hat zusammen mit der Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) das ganze Gebäude kernsaniert, ab November sollen die ersten Bewohner einziehen.

Das Angebot für betreutes Wohnen richtet sich an geistig behinderte oder psychisch erkrankte Menschen. „Viele dieser Menschen wünschen sich eine eigene Wohnung, vermissen aber das soziale Miteinander, dass sie aus der Wohngruppe oder ihrer Familie kennen“, sagte Thomas Nebgen im Mai. Der Gemeinschaftsraum, der auf der ersten Etage liegt und eine der neun Wohnungen einnimmt, soll dem entgegenwirken. Noch ist er leer. „Wir setzen hier einen großen Tisch zum gemeinsamen Essen, eine kleine Büroecke und einen Schrank ein“, sagt Stefan Cornelius von der AWO Sommerberg. In dem Schrank können die Bewohner sensible Unterlagen wie Bankpapiere oder medizinische Schreiben deponieren. Auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum liegt die Küche zum gemeinsamen Kochen. „Wir werden hier auch Kochkurse anbieten wie in unseren anderen Einrichtungen. Backen ist immer sehr beliebt“, sagt Cornelius.

Vor und nach der Sanierung: Stefan Cornelius (l.) und Thomas Nebgen stehen in einer der Wohnungen. Foto: Christian Albustin

Die Sanierung im Gebäude kommt gut voran und ist sehr umfangreich. Das Licht im Treppenhaus wird zukünftig über Bewegungsmelder gesteuert, zusätzlich wurde das Dachfenster vergrößert, damit mehr Licht hereinkommt. Außerdem wird der Hauseingang um gut einen Meter vorverlegt. „Damit im Eingangsbereich mehr Platz ist, wenn man mit den Einkäufen hereinkommt“, sagt Cornelius. Die zwei äußeren Wohnungen mit zwei Zimmern haben eine integrierte Küche, die mittlere Wohnung mit nur einem Zimmer eine separate. Überall haben die Handwerker neue Böden eingezogen, in den Wohnräumen Laminat mit Holzoptik, im Bad ist alles in Weiß gehalten. Nebgen drückt auf den Schalter am Fenster, die elektrischen Rolladen fahren herunter. „Funktioniert“, sagt er zufrieden. „Die Klospülung geht auch schon“, bestätigt Cornelius. An der Außenfassade, an der auf allen drei Etagen neue Balkone angebaut wurden, sind die Maler mit den letzten Arbeiten zugange.

Das Haus der AWO Sommerberg an der Peterstraße erstrahlt nach der Kernsanierung in neuem Glanz. Foto: Christian Albustin

Spätestens am 1. November sollen die Bewohner einziehen können. „Vermutlich schon etwas eher“, sagt Cornelius. Drei der acht Wohnungen sind noch frei. „Interessenten können sich gerne bei mir melden“, betont er. Die Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1954 kostet insgesamt 500.000 Euro. Die neu entstandenen Wohnungen sind zwischen 28 und 50 Quadratmeter groß. Mit dem Projekt will die AWO der Forderung nachkommen, Menschen mit Behinderung ambulant, in ihrer eigenen Wohnung betreuen zu können.