Hückeswagen: Das Elternhaus endgültig verloren

Hückeswagen : Das Elternhaus endgültig verloren

Peter Hebbinghaus (64) kommt mit seinem Golden Retriever "Max" soeben von seiner 7,5 Kilometer langen Joggingrunde, als ihn der Anruf der BM erreicht: "Ja, ich hab' schon von dem Brand gehört", sagt der Ruheständler, der fast 40 Jahre lang Wirt im Restaurant in Hilgersbrücke, das seinen Namen trug, war. Dass sein Elternhaus durch das Feuer in der Nacht zum Mittwoch völlig zerstört wurde, findet Hebbinghaus schade. Doch geschockt ist er nicht. "Als ich als Wirt aufgehört habe, habe ich damit abgeschlossen. Mittlerweile habe ich den nötigen Abstand gefunden", sagt er. 2006 hatte er das Anwesen in Hämmern an einer Remscheider Wirt verkauft und seiner Heimatstadt den Rücken gekehrt. Seitdem lebt er "in meinem wunderbaren zweiten Zuhause" in Lüdenscheid.

Gegen 7 Uhr klingelte gestern zum ersten Mal sein Handy. Bis Mittag hatten sich rund 20 Freunde und Bekannte aus Wipperfürth und Hückeswagen gemeldet oder Fotos vom Brand und dem zerstörten Gebäude aufs Handy geschickt. Hebbinghaus hat in beiden Städten eben immer noch viele "Fans". Am 29. Juni 2006 hatte sich der gelernte Diplom-Landwirt, der als 22-Jähriger nach dem frühen Tod der Eltern Hof und Gaststätte übernahm, verabschiedet: Sein 62. Geburtstag war gleichzeitig sein letzter Arbeitstag. Und was macht er jetzt? "Meine Freizeit und die Ruhe genießen", erzählt Peter Hebbinghaus. Schließlich habe er als Gastwirt all die Jahre fast regelmäßig 12- bis 16-Stunden-Tage gehabt. Zudem treibt der Anhänger des 1. FC Köln jede Menge Sport: Er joggt, wandert, spielt Tennis, fährt Rad und hat auch das Schwimmen für sich entdeckt. Im Winter geht's zum Skifahren. "Ich hätte nie gedacht, dass der Ruhestand so anstrengend werden würde", sagt er schmunzelnd.

(RP)
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