1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Coronavirus in Hückeswagen: Historischer Jahrmarkt wird verschoben

Hückeswagen und das Coronavirus : Historischer Jahrmarkt wird verschoben

Aus Gründen des Infektionsschutzes vor dem Coronavirus hat die Stadt viele Veranstaltungen bis Ende April abgesagt. Das betrifft vor allem das letzte März-Wochenende mit dem historischen Jahrmarkt und dem „Frühlingsfest“ des Einzelhandels.

Die Erinnerungen an die Wiedervereinigung von Stadt- und Landgemeinde, die zum 1. März 1920 rechtskräftig wurde, ist lebendig. Dafür sorgt schon der historische Rückblick in einem 75-seitigen Festheft, das der Historiker Norbert Bangert und der ehemalige Ordnungsamtsleiter und Vorsitzender des Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Lutz Jahr, zusammen mit Birgit Kalt von Kalt Marketing Consulting erstellt haben. Anschaulich wird darin die Vorgeschichte der Trennung und Wiedervereinigung sowie die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts dargestellt. Wie sich das bunte Treiben der damaligen Zeit anfühlte, sollte eigentlich am 28. und 29. März ein historischer Jahrmarkt im Zentrum erlebbar machen. Doch daraus wird ebenso wenig etwas, wie aus dem „Frühlingsfest“, dem verkaufsoffenen Sonntag der Werbegemeinschaft – dem Coronavirus „sei Dank“. Entsprechend wird am 29. März auch nicht das Auto verlost, das nach der Weihnachtsverlosung des Einzelhandels nicht abgeholt worden war.

Die Stadtverwaltung sagte am Donnerstag viele Veranstaltungen bis Ende April ab. Sie nahm damit Bezug auf den Erlass von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, wonach Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abgesagt werden sollten, um die Verbreitung des Virus’ zumindest einzudämmen. Am Mittwoch hatte Landrat Jochen Hagt mitgeteilt, dass der Oberbergische Kreis die angekündigte Regelung unverzüglich umsetzen wird. „Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss derzeit Priorität haben“, betonte Bürgermeister Dietmar Persian. Die Ausbreitung des Coronavirus’ werde sicher nicht gestoppt werden können. Aber Ziel müsse es sein, die Ausbreitung zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Aus diesem Grund hat sich die Schloss-Stadt Hückeswagen entschlossen, einige Veranstaltungen bis Ende April abzusagen.“

So hat die Stadtverwaltung außerdem in enger Abstimmung mit der Werbegemeinschaft und dem Stadtmarketing beschlossen, die Feierlichkeiten zum Stadt-Jubiläum und den verkaufsoffenen Sonntag am 28. und 29. März ausfallen zu lassen. Denn auch bei dem zweitägigen historischen Jahrmarkt wären – gerade bei schönem Wetter – mehrere Tausend Besucher in der Stadt zu erwarten gewesen. „In viele Veranstaltungen ist viel Arbeit und Geld gesteckt worden. Und natürlich gehen wir alle mal gerne zu einem schönen Fest oder auf einen Markt“, sagte Persian. Aber in der derzeitigen Situation müsse man leider auf ein paar dieser Dinge verzichten und den Gesundheitsschutz gerade der älteren und kranken Menschen in den Vordergrund stellen.

Die Absage bedeute aber nicht, dass diese Veranstaltungen nicht nachgeholt werden könnten. „Wir arbeiten bei vielen Events bereits an Ausweichterminen“, versicherte Persian. Für den historischen Jahrmarkt und die Veranstaltung der Werbegemeinschaft, bei der dann auch der Renault Clio verlost werden soll, ist bereits ein Wochenende ins Auge gefasst worden: der 15./16. August. „Wir hatten ohnehin mit dem Stadtmarketing den 15. August für einen verkaufslangen Samstag ins Auge gefasst“, sagte Ute Seemann, Sprecherin der Werbegemeinschaft, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Feierlichkeiten zum 100-Jährigen der Wiedervereinigung sollen nicht ins Wasser fallen, sondern auf ein anderes Wochenende verschoben werden. Allerdings stehe hinter dem Wochenende Mitte August noch ein großes Fragezeichen, weil noch Vieles geklärt werden müsse. Fest steht jedoch laut der Sprecherin der Werbegemeinschaft: „Wir werden das Auto auf jeden Fall noch in diesem Jahr verlosen und nicht erst zu Weihnachten.“

Der Bürgermeister bestätigte die Überlegungen, dass zweitägige historische Spektakel samt Veranstaltung der Werbegemeinschaft auf den 15. und 16. August verlegt werden könnte. „Der Stadtrat muss den verkaufslangen Samstag zwar noch beschließen, aber ich sehe darin keine Probleme“, sagte Persian. Ebenso wenig, die Zustimmung der Gewerkschaft Verdi zu bekommen. Ob es im August tatsächlich einen historischen Jahrmarkt geben kann, hängt letztlich auch von den Schaustellern ab. Die wurden von der Stadt bereits über die Absage im März informiert „und haben sofort nach einem Alternativtermin gefragt“, berichtete Persian. Nun müsse sie klären, ob sie dann auch können.