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Coronakrise: Hückeswagener Musiker musizierenfür ihre Nachbarschaft

Die gute Nachricht aus Hückeswagen : Ein Götterfunke Hoffnung

Am Sonntagabend zeigten die Hückeswagener Verbundenheit durch gemeinsames Musizieren – mit dem nötigen Abstand.

Die Italiener haben mit der Balkon-Musik angefangen, nun hat der Aufruf auch die Schloss-Stadt erreicht. Jeden Abend um 18 Uhr erklingt überall in der Stadt handgemachte Musik. So auch am Sonntagabend, als bundesweit Musiker und Sänger dazu aufgerufen hatten, Beethovens „Ode an die Freude“ zu spielen und zu singen. Auf dem Höchsten erklangen Akkordeon- und Flötentöne vom Balkon, auf dem Fürstenberg waren Geige und Gitarre zu hören, und in Knefelsberg die Mundharmonika. Schon seit Tagen musizieren dort Elke Klasen und ihre Mutter Elisabeth Bückner allabendlich auf der Terrasse vor dem Haus. Am Sonntag gesellten sich die direkten Nachbarn als Zuhörer dazu – natürlich unter Einhaltung des Sicherheitsabstands. In Wiehagen sangen Claudia und Hans-Peter Danielsen „Freude schöner Götterfunken“ in ihrem Garten und stellten davon ein Video ins Netz.

Noch einen Schritt weiter ging Markus Saxert. Der Discjockey hatte große Lautsprecherboxen vor seiner Garage an der Blumenstraße aufgebaut und beschallte die Wohngegend mit dem Stück aus der Konserve. Normalerweise sollten die Anwohner die Musik von ihren Fenstern aus mitverfolgen, doch einige standen auf dem Bürgersteig. Markus Saxert forderte auf, für die Pfleger, Sanitäter, Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten und Kassierer zu applaudieren und hängte noch die Lieder „We are the world“ und „You‘ll never walk alone“ an. Letzteres berührte die Nachbarn Veronika Lück und Uwe Döring ganz besonders. „Das Stück hätte auf unserer Hochzeit im Mai eine ganz besondere Rolle gespielt. Doch wir werden die Hochzeitsfeier wohl absagen müssen“, bedauerte das Paar.

Die Idee zu diesem musikalischen Mini-Konzert kam Saxert, nachdem er ein ähnliches Video im Internet gesehen hatte. „Auch mich nervt die momentane Situation, und ich bewundere so sehr die Personen, die arbeiten müssen. Es tut mir auch um die Menschen leid, die dadurch gesundheitlich und finanziell leiden“, schrieb der DJ in seinem Aufruf zur Solidarität. Eine Zuhörerin bedankte sich später auf Facebook: „Der Moment hat gutgetan. War mit meinen Kindern und sogar meinem Papa da – im gebührenden Abstand voneinander und doch so eng verbunden.“

Noch vereinzelt war eine Stunde später, um 19 Uhr, das Volkslied „Der Mond ist aufgegangen“ zu hören, das auf Anregung der Evangelische Kirche gesunden wurde. Denn Musik verbindet die Menschen, auch wenn sie derzeit zumindest körperlich auf Abstand gehen müssen.

Aufruf Haben Sie eine „Gute Nachricht“ in Zeiten der Corona-Krise für die Hückeswagener? Dann melden Sie sich doch in unserer Redaktion per E-Mail an hueckeswagen@bergische-morgenpost.de oder unter ☏ 02192 720194. Wir berichten darüber.