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Hückeswagen: Christbäume werden jetzt ausgewählt

Hückeswagen : Christbäume werden jetzt ausgewählt

Welche Bäume zu Weihnachten die Wohnzimmer der Hückeswagener schmücken, steht heute schon fest. Die Verkäufer kennzeichnen jetzt die in Frage kommenden Tannen. Die Prognosen sind positiv, die Bäume sind gut gewachsen.

Zurzeit erinnern nur die Lebkuchen in den Regalen der Supermärkte an Weihnachten. Ansonsten denken die wenigsten Menschen im September an das christliche Fest. Anders ist das bei Stefan Küster. Der Schornsteinfegermeister von der Neyesiedlung verkauft seit vielen Jahren Weihnachtsbäume. Ausgesucht und gekennzeichnet werden sie jetzt. Dann dreht Küster seine Runden durch die Weihnachtsbaum-Plantagen im Sauerland und stellt sich das Baumangebot für die Weihnachtszeit zusammen.

Anfang Dezember werden die Bäume nach und nach geschlagen und im Brunsbachtal verkauft. Hier übernimmt der Wipperfürther den Verkaufsplatz von dem Ehepaar Dorothea und Leonhard Breitkopf. Mehr als 30 Jahre lang haben die Hückeswagener diesen Job in der winterlichen Kälte gemacht. Nun übergeben sie das Saisongeschäft an Stefan Küster.

Leonhard Breitkopf bewirtschaftete viele Jahre eine eigene Schonung an der Agger. "Hier haben wir Edeltannen gezüchtet", berichtet er. Die beliebten Nordmanntannen holte er sich aus verschiedenen Orten im Bergischen Land. Der Vorteil, die Bäume im Sommer auszuwählen, liegt auf der Hand: "Wenn die Zweige im Winter voll Schnee sind und herunter hängen, dann sehen alle Tannen gleich schlecht aus", berichtet der 73-Jährige.

Sein Nachfolger Stefan Küster besitzt ebenfalls eine eigene Schonung, die jedoch zum größten Teil abgeerntet ist. "Die gesamte Pflege mit Setzen, Mähen, Beschneiden und Düngen bedeutet viel Zeit- und Arbeitsaufwand und ist eine Jahresaufgabe", sagt Küster aus Erfahrung. Forst- und Landwirt Ernst Oskar Lambeck aus Straßweg kennt den Arbeitsaufwand. Der 73-Jährige bewirtschaftet insgesamt 60 Hektar Waldflächen auf Hückeswagener Gebiet. Einen reinen Anbau von Weihnachtsbäumen betreibt er jedoch nicht.

"Die Weihnachtsbäume, die ich verkaufe, sind ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft", sagt Lambeck. Nur das Auslichten beziehungsweise Durchforsten des Waldes ermögliche es, auf den nötigen Pflanzabstand zu kommen. Neben den wetterempfindlichen Fichten pflanzt der Waldbesitzer hauptsächlich die resistente Nordmanntanne, aber auch Douglasie und die edle Nobilis-Tanne an. Zwischen den Nadelbäumen finden sich schnellwüchsige Laubbäume wie Birke, Kirsche und Bergahorn.

Die Nordmanntanne hat jedoch einen großen Nachteil: Das Rehwild hat den Baum zum Fressen gern, weshalb die Jungbäume mit einem Schutzgatter versehen werden müssen.

Für die potenziellen Weihnachtsbäume stellt Ernst Oskar Lambeck eine gute Prognose: "Es gab zum Glück keinen Spätfrost, und die Bäume sind gut gewachsen", sagt er. Lediglich bei den Fichten, die als Flachwurzler sehr unter dem trockenen Sommer gelitten haben, beobachtet er einen verstärkten Borkenkäfer-Befall. Die Nordmanntannen seien hingegen resistent gegen die Schädlinge.

Ab Mitte Dezember plant der 73-Jährige wieder einen Verkauf auf dem Etapler Platz. "Die Bäume werden dann täglich frisch geschlagen", kündigt er an. Bis es soweit ist, gibt es für den Forstwirt jedoch noch viel zu tun — auch jetzt im September.

(heka)