Hückeswagen: Chinesische Sopranistin trifft deutschen Gitarristen

Hückeswagen : Chinesische Sopranistin trifft deutschen Gitarristen

Die Kombination war auf den ersten Blick ungewöhnlich: Lei Errenst, Sopranistin aus Shanghai, und Ulrich Spormann, Gitarrist aus Wuppertal, hatten sich als Duo "Lei und Uli" zusammengetan und besuchten zum wiederholten Mal die Schloss-Stadt.

Am Samstagabend waren sie im Kultur-Haus Zach vor etwa 25 Zuhörern zu Gast und brachten Blues- und Pop-Klassiker sowie eher unbekannte Perlen zu Gehör. Dabei wusste besonders die tolle Kombination aus Errensts kräftigem Gesang und Spormanns versiertem Gitarrenspiel zu gefallen.

Letzterer hatte sich seine Meriten in zahlreichen Rock- und Skifflebands und als Sologitarrist beim Remscheider Blues-Urgestein Dr. Mojo verdient. Errenst hingegen war lange Jahre Ensemble-Sopranistin bei den Shanghaier Symphonikern und wusste auch am Cello und am Schellenkranz zu überzeugen. Es war ein Abend der leisen Töne - hätte das zur zweiten Halbzeit draußen tobende Gewitter für einen Stromausfall gesorgt, wäre das auch nicht schlimm gewesen, denn im gemütlichen Rahmen des Haus Zach hätte auch die völlig akustische Darbietung von Liedern wie "Daydream Believer" von The Monkees oder "If You Want To Sing Out" von Cat Stevens wunderbar geklungen.

"If You Want A Rainbow" von Annette Hanshaw brachte dann noch ein neues Instrument ins Spiel - das Kazoo, von Spormann herrlich bluesig geblasen. "Venus" von Shocking Blue katapultierte das Publikum dann in die Hippie-Zeit zurück, wo vor allem Lei mit ihrer tollen Stimme begeisterte, die dabei durchaus an die Großtaten von Grace Slick bei Jefferson Airplane erinnerte.

Nach "Wunder geschehn" von Nena sollte schon Schluss sein. Das konnte es aber nicht gewesen sein, und so wurde auf Wunsch aus dem Publikum ein bereits gespieltes chinesische Lied mit dem, übersetzten, Titel "Folge deinem Gefühl" noch einmal gespielt. "Beim nächsten Mal bringen wir noch andere chinesische Lieder mit", versprach Lei. Sehr gerne, war doch nicht nur die Melodie des Songs sehr einnehmend. Auch die fremde Sprache sorgte durchaus für die eine oder andere Gänsehaut und kräftigen Applaus. Der passende Rausschmeißer war dann im Anschluss "Goodnight My Someone", eine wunderschöne Ballade von Shirley Jones aus dem Film "Music Man". Was für ein toller Abend.

(wow)
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