Hückeswagen: Chance auf Ruhe und Erneuerung

Hückeswagen : Chance auf Ruhe und Erneuerung

Lange war's ruhig beim RSV 09 Hückeswagen. Die Zeiten, in denen es etwa bei Jahreshauptversammlung zuging wie beim FC Schalke 04 zu dessen chaotischsten Zeiten, schienen vorbei zu sein. Wie sich gestern herausstellte: Die Ruhe war nur vordergründig.

Offenbar gab es wieder Störfeuer im Umfeld des Vorstands. Bei seiner Wahl 2008 zum Vorsitzenden hatte Axel Bieg unter dem Applaus der Mitglieder gesagt: "Wir haben viel gesprochen in der letzten Zeit, aber wenig miteinander. Die Thekengespräche müssen aufhören." Sein Appell hielt scheinbar sieben Jahre, doch nun geht schon wieder rund im Fußballverein.

Frank Höbler hat seit 27 Jahren den Verein an maßgeblichen Stellen (mit-)geführt. Einfach war er nie. Er hat immer wieder polarisiert. So tut's dem Raspo jetzt vielleicht wirklich gut, dass er geht. Eine fünfte Amtszeit Höblers ist aus gesundheitlichen Gründen kaum vorstellbar. So sollten jetzt seine Kritiker das Ruder bei Hückeswagens ältestem Fußballverein übernehmen. Und dann auch zeigen, dass sie es gut machen.
Allerdings müssen sie sich eine Frage gefallen lassen: Warum haben sie auf der jüngsten Jahreshauptversammlung im November vergangenen Jahres nicht einen Kandidaten aufgestellt?

Schließlich hatte Höbler angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidieren zu wollen. Da sich jedoch niemand anderes zur Wahl stellte, nahm er die Kandidatur an und wurde mehrheitlich gewählt. Die Zeit, bequem aus der zweiten Reihe auf den Vorsitzenden zu schießen, ist vorbei. Denn ab sofort fehlt das Ziel.
Der oder die Neue an der Spitze des RSV 09 hat eine große Aufgabe, wieder für Ruhe im Verein zu sorgen. Und das nicht nur kurzzeitig, sondern möglichst langanhaltend.

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