Hückeswagen/Düsseldorf: Caritas tritt für einen Imagewandel in der Pflege ein

Hückeswagen/Düsseldorf: Caritas tritt für einen Imagewandel in der Pflege ein

"Not sehen und handeln", so lautet der Leitgedanke der Caritas. Elf verantwortliche Vorstände aus Caritasverbänden der Region besuchten zum Gedankenaustausch über drängende Probleme in Pflege und Altenbetreuung, über die soziale Lage in NRW und ihre Erwartungen an den Koalitionsvertrag die Rheinische Post/Bergische Morgenpost. In der 14. Etage des Verlagshochhauses in Düsseldorf waren Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, sowie Chefredakteur Michael Bröcker und dessen Stellvertreter Horst Thoren die Gesprächspartner.

Die Eckpunkte der neuen großen Koalition sehen die Vorstandsmitglieder der Caritas am Niederrhein und im Bergischen mit gemischten Gefühlen. Einerseits sind sie erleichtert, da wichtige Förderprojekte verlängert werden könnten. Anderseits sind sie skeptisch, ob die gewünschten Effekte eintreten.

Die im Koalitionsvertrag vereinbarten 8000 zusätzlichen Stellen in diesem Bereich bezeichnete Henric Peeters, Vorsitzender der Caritas in Düsseldorf, als "Tropfen auf den heißen Stein". Er wünscht sich ein besseres Image für den Pflegeberuf. Nur so könnten junge Menschen für eine Ausbildung begeistert werden. "Viele Mitarbeiter sagen, dass die Arbeit in der Pflege ihr Traumberuf sei. In der Öffentlichkeit aber wird er zunehmend schlecht geredet. Das muss aufhören", sagte Peeters. Auswirkungen habe das auch direkt auf die Arbeit der Caritas. So sei es in den vergangenen Jahren deutlich schwerer geworden, qualifizierte Mitarbeiter für ausgeschriebene Stellen zu finden. Einige Caritasverbände gingen daher dazu über, auch in sozialen Netzwerken verstärkt um junge Leute zu werben und sie für ein Engagement bei der Caritas, sei es als Angestellter oder Ehrenamtler, zu begeistern.

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Die Caritas sei jedoch nicht nur sozialer Dienstleister, sondern gestalte auch die soziale Landschaft. Etwa durch eigene Projekte und Initiativen, wie die Vernetzung von Stadt-Quartieren und die Schaffung alternativer Wohnformen. Dies sei aber keine Lösung für die derzeit herrschende Knappheit an günstigen Wohnungen. Nicht nur in Ballungsräumen wie Düsseldorf, sondern auch auf dem Land. Die Wohnungsnot zu bekämpfen, ist nach Ansicht der Caritas Aufgabe von Bund, Land und Kommunen, beispielsweise durch den Bau von mehr Sozialwohnungen.

(maxk)