Bürgermeister Dietmar Persian zu den Großprojekten in Hückeswagen

Interview mit Dietmar Persian : „Wir kämpfen für mehr Gewerbeflächen“

Obwohl sich Hückeswagen im Haushaltssicherungskonzept befindet, stehen kurz- bis mittelfristig einige Großprojekte in der Schloss-Stadt an. Unserer Redaktion sprach mit Bürgermeister Dietmar Persian über die Zeitabläufe.

Herr Persian, in Hückeswagen stehen einige große Projekte an. Vor allem im Brunsbachtal tut sich Einiges. Wie geht’s weiter mit der Löwen-Grundschule? Wann beginnen die Bauarbeiten?

Persian Die Planungen laufen auf Hochtouren. Das beauftragte Architekturbüro Assmann, die verschiedenen Fachplaner, Schulleitung, Eltern- und Ratsvertreter im Arbeitskreis und die zuständigen Fachbereiche in der Verwaltung arbeiten Hand in Hand. Es gibt einen engen Zeitplan. Das detaillierte Raumkonzept steht, und gerade werden erste Bauentwürfe erarbeitet. In einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Schulausschuss im Mai werden wir darüber berichten. Nach dem Zeitplan werden wir dieses Jahr für die Planungen bis zur Baugenehmigung brauchen. Der Baubeginn soll danach Mitte 2020 sein.

Wie sieht’s mit den Plänen für den Neubau der Feuerwache aus?

Persian Auch hier war der erste Schritt, das detaillierte Raumkonzept gemeinsam mit den Vertretern unserer Freiwilligen Feuerwehr und dem Architekturbüro kPlan aus Siegen abzustimmen. Das steht, jetzt werden erste konkrete Bauentwürfe erstellt.

Und wann könnten die Bagger für die Erschließung für das Neubaugebiet „Eschelsberg“ anrollen?

Persian Im Planungsausschuss haben wir gerade über die Bebauungspläne für Schule, Feuerwehr und Wohnbaugebiet gesprochen; durch den Kauf des Reithallengrundstücks hat sich das ja etwas verschoben. Für den Bebauungsplan für die neue Schule läuft jetzt die erste frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung. Im Mai kommen dann die weiteren Beschlüsse für das eigentliche Baugebiet. Für die Bauleitplanung und die planerische Vorbereitung der Erschließung werden wir einige Zeit brauchen, so dass ich von einem Beginn der Erschließung frühestens im Herbst 2020 ausgehe. Auf den Grundstücken könnte dann in 2021 gebaut werden.

Apropos Erschließung: Die Bauarbeiten für das Gewerbegebiet West 3 gehen jetzt los. Wie sieht denn da der Zeitplan aus?

Persian Gerade haben die Bauarbeiten unterhalb von Junkernbusch in Richtung Winterhagen begonnen. Da werden Kanäle, ein Regenrückhaltebecken und Versickerungseinrichtungen gebaut, die für eine Ableitung von Abwasser und Regenwasser sorgen. Die eigentlichen Kanal- und Straßenbauarbeiten im Gewerbegebiet werden in der Jahresmitte beginnen. Diese werden insgesamt etwa ein Jahr dauern, so dass erste Hochbauten ab Mitte nächsten Jahres errichtet werden können. Unsere HEG betreut nicht nur die Erschließungsarbeiten, sondern wird auch demnächst mit der Vermarktung beginnen.

Wie sieht’s mit dem Interesse an Grundstücken aus?

Persian Es gibt schon zahlreiche Anfragen.

Wenn Sie den Erfolg von West 2 zugrunde legen – innerhalb wie vieler Jahre könnte das neue Gewerbegebiet ausgebucht sein?

Persian Wir sprechen über rund elf Hektar reine Gewerbefläche. Natürlich hängt die Vermarktung sehr von der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt ab, die ja in unserer Region sehr positiv ist. Ich gehe von einem Zeitraum von fünf bis acht Jahren aus.

Wo sehen Sie Kapazitäten für ein weiteres Gewerbegebiet? Und wie wichtig wäre ein solches für die Stadtentwicklung?

Persian Unsere Industrie braucht auch in Zukunft Entwicklungsmöglichkeiten, das ist äußerst wichtig. Gemeinsam mit dem Kreis und allen oberbergischen Kommunen haben wir ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept aufgestellt. Entscheidungen, welche Flächen wir entwickeln dürfen und welche nicht, werden aber in Köln bei der Bezirksregierung oder in Düsseldorf getroffen. Wir kämpfen dafür, dass wir weitere Gewerbeflächen ausweisen dürfen.

Ins Gespräch gebracht worden ist vor geraumer Zeit der Bereich Kleinenscheidt bis Westhoferhöhe an der K 5.

Persian Genau, das sind Bereiche, über die wir seit längerem nachdenken. Hinweisen möchte ich auch auf das gemeinsame Gewerbegebiet in Bergisch Born – auch dafür müssen wir Flächen in unserem Stadtgebiet ausweisen dürfen.

Wo könnten weitere Wohngebiete entstehen?

Persian Unser Flächennutzungsplan weist einige interessante Wohnbauflächen aus. Mit einigen Eigentümern sind wir in sehr konstruktiven Gesprächen.

An welche Flächen denken Sie dabei?

Persian Grundstücksverhandlungen sind sehr sensibel, so dass ich da nicht so konkret werden kann. Aber es gibt in verschiedenen Bereichen im Anschluss an die vorhandenen Wohnsiedlungen durchaus Entwicklungspotenzial für uns.

Wichtig ist auch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Die große Bürgerbeteiligung beim Ideenworkshop dürfte den Planern im Rathaus Mut gemacht haben.

Persian Die großartige Bürgerbeteiligung beim Planungswochenende hat uns im Stadtrat und der Verwaltung sehr gefreut. Es sind viele gute Ideen zusammengekommen, die wir jetzt auswerten und zusammenstellen werden. Auch hierbei gilt, dass wir eine gute Stadtentwicklung nur gemeinsam voranbringen können – darum ist mir das sehr ausführliche Beteiligungsverfahren auch so wichtig.

In Wipperfürth gibt es seit Jahren teils heftige Kritik am Innenstadtumbau – weil die Arbeiten so lange dauern und viele Wipperfürther mit den Plänen nicht einverstanden sind. Wie wollen Sie vermeiden, dass es in Hückeswagen ähnliche Schwierigkeiten gibt?

Persian Die große Beteiligung der Bürger zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden das vorbereiten und umsetzen, was viele Menschen in Hückeswagen wollen – und wenn das nicht der Fall ist, werden wir Projekte auch fallen lassen. Dafür werden wir nicht nur jetzt am Anfang, sondern auch in den nächsten Jahren weiter im guten Kontakt bleiben, um herauszufinden, was dran ist und was nicht.

Mehr von RP ONLINE