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Hückeswagen: Bürger suchen Hilfe gegen Einbrecher

Hückeswagen : Bürger suchen Hilfe gegen Einbrecher

Die jüngsten Einbrüchen – allein 14 seit Ende Oktober – machen vielen Hückeswagenern Angst. Das zeigte sich gestern bei der Mobilen Redaktion der BM. Dort informierten sich viele Markt-Besucher bei der Polizei über den Einbruchschutz.

Die jüngsten Einbrüchen — allein 14 seit Ende Oktober — machen vielen Hückeswagenern Angst. Das zeigte sich gestern bei der Mobilen Redaktion der BM. Dort informierten sich viele Markt-Besucher bei der Polizei über den Einbruchschutz.

Ihr Lächeln hat Beate Hoffmann längst wiedergefunden. Doch als sie und ihr Mann vor einigen Jahren aus einem mehrwöchigen Urlaub zurückkehren, waren Erholung und Lachen auf einen Schlag verschwunden: Einbrecher hatten das Haus des Hückeswagener Ehepaars auf den Kopf gestellt und Bargeld und Schmuck mitgehen lassen. "Gleich zweimal innerhalb von drei Tagen!", erzählte Beate Hofmann gestern Morgen am gemeinsamen Stand der BM und des Kommissariats Vorbeugung der Polizei auf dem Wochenmarkt. "Wir waren sehr geschockt, dass jemand in unseren Sachen gewühlt hat."

Die Hückeswagenerin nutzte die Gelegenheit, sich beim Bezirksbeamten Andreas Roth zu informieren, wie sie ihr Haus noch weiter gegen Einbrecher schützen kann. Das Ehepaar hat seit den Einbrüchen bereits viel in die Sicherheit investiert, wie in eine Fünffach-Verglasung der Kellertür. Aber die Terrassentür ist noch ein Schwachpunkt.

Der Polizeihauptkommissar riet ihr zu einem elektronischen Sensor. "Sobald es eine Erschütterung gibt, geht ein Alarmton los", sagt Roth. Ein solcher Schutz hat Ende Oktober offenbar einen Einbruch in ein Haus an der Ringstraße vereitelt.

"Die dunkle Jahreszeit ist die Hoch-Zeit der Einbrecher", berichtete Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech von der Direktion Kriminalität in Gummersbach. Der November sei der Monat mit den meisten Einbrüchen. "Es ist früh dunkel, und die Menschen sind viel unterwegs." Dann sind viele Profis auf Tour. Sie stehlen hauptsächlich Dinge, die sie am Körper tragen können, und die daher nicht auffallen. Bargeld und Schmuck etwa.

Aber Gelegenheitstäter sind momentan ebenfalls unterwegs. Möglicherweise brechen sie ein, um an Geschenke für Weihnachten zu kommen. "Manchmal fragen wir uns aber auch, was sich die Täter bei ihrem Diebesgut gedacht haben", sagte der Kriminalhauptkommissar und nannte als Beispiel angebrochene Parfümflakons.

Auch Hans-Peter Dunkel war bereits Opfer eines Einbruchs. Im vorigen Jahr, kurz vor Weihnachten, hatten die Täter seinen Spaziergang mit dem Hund genutzt und waren ins Haus eingestiegen. "Und das trotz Vierfach-Verriegelung", erzählte er Walter Steinbrech. Der erklärte ihm, dass eine Sechs- bis Achtfachverriegelung mit mehreren so genannten Pilzköpfen, die sich im Fenster- oder Türrahmen verkeilen, bei Fenstern einer Größe von einem mal einem Meter besser sei.

Dunkel kritisierte die seiner Ansicht nach zu geringe Präsenz der Polizei. "Ein besserer Einbruchschutz wäre es, wenn die Polizei häufiger durch die Straßen fahren würde", meinte er. "Man fühlt sich sicherer, wenn man bewacht wird." Kommentar des Polizisten: "Schreiben Sie an die Politiker! Bei uns rennen sie offenen Türen ein." Da der Oberbergische Kreis aber seit vielen Jahren eines der sichersten Gebiete im Land sei, gebe es in der Region auch nicht so viele Polizisten.

Renate Cronauge hatte sich mit Werner Steinbrech für gestern am BM-Stand verabredet. Tags zuvor hatte sie ihn angerufen, weil sie wissen wollte, wie sie ihre Kellertür vor Einbrechern besser sichern kann. Der Kriminalhauptkommissar gab ihr eine Liste mit Firmen aus Hückeswagen und der Region mit, die sich darauf spezialisiert haben. "Aber das Angebot kostet doch etwas?", wollte die Hückeswagenerin wissen. "Sie müssen erst dann etwas bezahlen, wenn Sie Ihre Unterschrift unter den Auftrag gesetzt haben", versicherte Steinbrech.

(RP)