Hückeswagen: Brücke hat ausgedient

Hückeswagen: Brücke hat ausgedient

Nach wenigen Stunden war die Brücke über die ehemalige Bahntrasse an der Rader Straße Geschichte. Ein 40-Tonnen-Bagger bereitete ihr ein Ende. Jetzt kann mit dem Bau des großen Kreisverkehrs begonnen werden.

Hans Scheid hat mit seiner kleinen Digitalkamera den Bagger auf der schon reichlich zerstörten Brücke ins Visier genommen. Der Wiehagener, der nach dem Einkauf in der Stadt einen kurzen Abstecher zur Baustelle gemacht hat, will, wie so viele andere Zuschauer, das Abriss-Spektakel im Bild festhalten. "Ich bin mal gespannt, wie das später hier aussehen wird", sagt Scheid.

Andere Schaulustige, darunter der BGV-Vorsitzende Siegfried Berg, halten das Ganze auf Video fest. Denn an diesem Mittwochnachmittag geht unweigerlich ein Stück Hückeswagen verloren – um einem neuen Platz zu machen: dem großen Kreisverkehr der Stadtstraße.

Bagger vor Absturz gesichert

Erst am Morgen war der große Bagger, der den Beton und den eingebauten Stahl der Brücke mit einem riesigen hydraulischen Meißel bearbeitet, mittels Schwertransport angeliefert worden. Jetzt steht er auf dem so genannten Überbau der Brücke, um in das Bauwerk ein Loch nach dem anderen zu bohren. Gegen 15.30 Uhr ist es so instabil geworden, dass es sich wie eine Hängematte auf den Schotter der ehemaligen Bahntrasse legt.

"Der Baggerführer stemmt zunächst die Brückenkappen weg und später dann den Beton parallel zu den Widerlagern", erläutert Sebastian Mertens, Bauleiter der Firma Wittfeld. Dadurch sei gesichert, dass der Bagger nicht abstürzen kann. "Da kann nichts passieren."

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Der Brückenabriss ist Auftakt zu den mehrmonatigen Arbeiten am großen, fünfarmigen Kreisverkehr im Bereich Rader- /Berg- / Ladestraße / Mühlenweg. Und die sind sehr aufwändig, wird der Kreisel doch nicht auf einem Niveau errichtet. "Der Kreisverkehr hat eine leichte Schräge von 3,5 Prozent", erläutert Bauamtsleiter Andreas Schröder.

Der höchste Punkt liegt später im Bereich der Bergstraße, die dann nur noch über den Kreisverkehr angefahren werden kann, der Tiefpunkt an dem weißen Wartungshäuschen oberhalb des Regenüberlaufbeckens an der Ladestraße. Das Niveau der Fahrbahn wird – im Vergleich zur Rader Straße zwischen Mühlenweg und Bergstraße – jedoch um eineinhalb Meter liegen.

Wegen der Bauarbeiten werden Autofahrer und Fußgänger mehr als ein halbes Jahr lang mit der provisorischen Umfahrung und dem Notgehweg leben müssen, der vor drei Wochen angelegt worden war und die Ladestraße mit der Rader Straße nahe der großen Kreuzung an der Diskothek "Holzwurm" verbindet. Möglicherweise wird der Kreisverkehr auch erst Anfang nächsten Jahres fertig.

Nach dem Abriss der Brücke startet die Firma Wittfeld nun mit der Modellierung des Geländes. Dazu wird an den Steigungen Erdmaterial weggebaggert, andere Stellen müssen dagegen aufgefüllt werden. Den Bau-Beobachtern wird also auch zukünftig einiges "geboten".

(RP)