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Briefwahl hält Hückeswagener Zusteller richtig auf Trab

Wahlpost in Hückeswagen : Briefwahl hält Zusteller richtig auf Trab

Für die Bundestagswahl am Sonntag liegt die Briefwahl weit über dem Durchschnitt. Die Deutsche Post ist gut darauf vorbereitet. Verbundzusteller Marcel Kohnen berichtet von seiner Arbeit in Hückeswagen.

Wer Briefwahl beantragt hat, aber die Wahlunterlagen bisher noch nicht abgeschickt hat, der muss sich beeilen. Der rote Brief an die Stadt Hückeswagen sollte am kommenden Donnerstag, 23. September, im Postkasten sein, „spätestens jedoch am Freitag vor der letzten Kastenleerung“, teilt Britta Töllner, Pressesprecherin der Deutschen Post, mit. Die Post ist darauf vorbereitet, dass 60 Prozent der Bürger bei der Bundestagswahl per Brief wählen. Auch das Hückeswagener Wahlamt rechnet mit bis zu 4000 Briefwahl-Unterlagen (bisher waren es immer so etwa 2500) bis zum Wahlsonntag am 26. September.

Den Trend zur Briefwahl bemerkt auch Verbundzusteller Marcel Kohnen. Täglich hat der 40-jährige Postmitarbeiter mehrere der roten Umschläge in seinem gelben Postwagen, mit dem er die Außenortschaften abfährt. Den Mehraufwand, den die Bundestagswahlen mit sich bringen, nimmt er gerne in Kauf. „Es ist ja ein absehbarer Zeitabschnitt und kein Vergleich zur Weihnachtszeit“, sagt Marcel Kohnen. Von Oktober bis Mitte Januar hat die Post Hochkonjunktur, wobei bundesweit 10.000 Zusatzkräfte eingestellt und zusätzliche Autos angemietet werden, erklärt die Pressesprecherin.

 Britta Töllner ist Pressesprecherin der Deutsche Post AG mit Standort in Düsseldorf und zuständig auch für Hückeswagen.
Britta Töllner ist Pressesprecherin der Deutsche Post AG mit Standort in Düsseldorf und zuständig auch für Hückeswagen. Foto: Heike Karsten
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Doch auch der Briefverkehr zu den Wahlen unterliegt einer besonderen Sorgfalt. „Ende August wurden in Hückeswagen etwa 12.000 Wahlbenachrichtigungen zugestellt“, sagt Britta Töllner und fügt hinzu: „Hätte zum Beispiel ein ganzer Straßenzug keine Benachrichtigungen bekommen, wäre das aufgefallen, und es hätte eine Rückmeldung gegeben.“ Sämtlicher Briefverkehr, der die Wahlen betrifft, werde protokolliert, jeder rote Wahlbrief einzeln erfasst. Es lasse sich somit genau nachvollziehen, wie viele Wahlbriefe im Düsseldorfer Briefzentrum angekommen und wie viele an die Stadt ausgeliefert wurden. „Das ist Teil der Demokratie, dass alles mit rechten Dingen zugeht“, betont Britta Töllner. Daher werden auch die letzten Wahlunterlagen, die im Briefzentrum in Düsseldorf ankommen, noch bis Sonntagmittag an die Stadt zugestellt. Es ist ein gesonderter Prozess, den die Deutsche Post für den Wahlsonntag nutzt, damit keine Stimme verlorengeht.

Der Versand der Briefe kostet den Bürgern nichts, denn die Städte und Gemeinden übernehmen das Porto. Für Marcel Kohnen macht es keinen Unterschied, welche Art von Briefen und Paketen er in seinem Postwagen transportiert. Anstrengend ist sein Beruf eigentlich immer. „Ich komme locker auf 25.000 Schritte pro Tag, auch wenn ich mit dem Auto unterwegs bin“, schildert er seinen sportlichen Arbeitsalltag. Der Remscheider ist gelernter Einzelhandelskaufmann und Informatiker, bevor er sich nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes bei der Post beworben hatte und angenommen wurde. Seit einem Jahr ist er in Hückeswagen als stellvertretender Standortleiter und Springer für alle Bereiche im Einsatz.

Am Morgen stehen zunächst administrative Tätigkeiten an, bevor es mit dem Postauto oder auch mal mit dem Lastenfahrrad auf Zustellung geht. „Als ich bei der Post angefangen hatte, habe ich 17 Kilogramm abgenommen“, verrät er und lacht. Seinen Job bei der Post möchte der Zusteller nicht mehr missen. „Es gefällt mir und macht mir großen Spaß“, sagt Marcel Kohnen, der nicht nur mit den freundlichen Schloss-Städtern, sondern auch mit deren Haus- und Hofhunden gut zurechtkommt.

Derzeit sind für die Deutsche Post in Hückeswagen 21 Zusteller und eine Verteilkraft im Einsatz, die auch die Briefwahlunterlagen zu ihrem Bestimmungsort transportieren. Den eigenen Stimmzettel im Wahllokal persönlich in die Urne einzuwerfen, ist besonders für Jung- und Erstwähler ein besonderes Erlebnis. Die Briefwahl soll aber auch kranken, behinderten oder anderweitig am Wahltag verhinderten Personen die Ausübung des Wahlrechts ermöglichen und bietet eine zuverlässige Alternative. „Die Briefwahl ist eine sichere Sache“, bestätigt auch Britta Töllner. Vorausgesetzt natürlich, dass die Wahlunterlagen rechtzeitig abgegeben werden.