Hückeswagen: Brandstifter legen Großfeuer

Hückeswagen : Brandstifter legen Großfeuer

Die Traditionsgaststätte Hebbinghaus in Hämmern, seit 2006 ein China-Lokal, ist in der Nacht zum Mittwoch bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Polizei hat einen mutmaßlichen Brandstifter festgenommen.

Es ist gegen 3 Uhr in der Nacht zum Mittwoch, als Anwohner von Hilgersbrücke in Hämmern durch Lärm aus dem Schlaf gerissen werden. Später werden sie aussagen, dass es sich angehört habe, als sei es kurz hintereinander in ihrer Nachbarschaft zu mehreren kleinen Explosionen gekommen. Kurz darauf stehen das unmittelbar an der B 237 gelegene China-Lokal und der Anbau mit der Kegelbahn in Flammen. Einige Anwohner sehen in der Dunkelheit mehrere Personen davon laufen, später setzen sie ihre Flucht mit einem Auto fort.

Die Aussagen der Augenzeugen und Indizien am Ort des Geschehens waren es, die die Polizei frühzeitig von Brandstiftung ausgehen ließen. Deswegen wurde auch ein speziell ausgebildeter Brandmittel-Spürhund eingesetzt, der nach Brandbeschleunigern stöberte.

Nur Stunden nach Ausbruch des Feuers meldete die Polizei gestern einen ersten Fahndungserfolg: Im Raum Remscheid hatten Polizeibeamte zwei verdächtige Männer und eine Frau überprüft, die mit einem Auto unterwegs waren. Sie notierten die Personalien und Auffälligkeit an den Personen, ihrer Kleidung und dem Fahrzeug. Sie deckten sich mit den Beschreibungen der Augenzeugen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen nahmen Beamte dann in Remscheid einen der zuvor überprüften Fahrzeuginsassen in seiner Wohnung fest. Der 32-Jährige steht unter dem dringenden Tatverdacht, an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein und wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Die beiden anderen Tatverdächtigen waren gestern bei Redaktionsschluss noch flüchtig.

Das Hauptgebäude mit dem Lokal im Erdgeschoss ist bei dem Großbrand so stark beschädigt worden, dass es voraussichtlich abgerissen werden muss. Ebenso der Anbau. Derzeit geht die Polizei von einem Schaden in Höhe von rund 400 000 Euro aus. Die rund 130 Einsatzkräfte hatten in der Nacht keine Chance, den Schaden noch zu begrenzen, weil das Feuer offenbar zeitgleich an mehreren Stellen im Gebäude ausgebrochen bzw. gelegt worden war. Deshalb gelang es zunächst auch nicht, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Stunden vergingen, bis wenigstens eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden konnte.

Auch die Feuerwehr Hückeswagen war in der Nacht in Hämmern im Einsatz — ebenso wie das örtliche DRK —, nachdem die Wipperfürther gegen 3.20 Uhr Unterstützung angefordert hatten. Die 25 Einsatzkräfte aus der Schloss-Stadt, die unter anderem mit der Drehleiter ausgerückt waren, konnten gegen 5 Uhr zurück nach Hückeswagen fahren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Flammen unter Kontrolle.

(RP)
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