Hückeswagen: Bodenarbeiten fürs Wohnen am Schloss

Hückeswagen: Bodenarbeiten fürs Wohnen am Schloss

Auf der großen Innenstadt-Baustelle an der Bachstraße geht es gut voran: Architekt Ralf Eversberg ist zufrieden mit dem Verlauf. Diese Woche wurde in erster Linie der Boden verbessert. Dafür mussten 345 Splitt-Rüttelpfähle gesetzt werden.

Sichtbare Veränderungen wird es in den kommenden Monaten noch viele geben auf der Baustelle an der Bachstraße. Sechseinhalb Jahre nach den ersten Plänen haben Anfang Mai die Bauarbeiten für das Projekt "Wohnen am Schloss" begonnen. Immer wieder bleiben Zaungäste stehen und beobachten das Geschehen. Auch BM-Leser fragen nach.

Berge an Kies türmen sich auf:
Berge an Kies türmen sich auf: 345 Splitt-Rüttel-Pfähle werden im Untergrund verbaut, um den Boden zu verbessern. Foto: joachim rüttgen

Investor Ralf Eversberg, Hückeswagener Architekt mit Büro in Remscheid, ist zufrieden. Entspannt steht er am Rande des Baufelds. Diese Woche ging es darum, den Boden zu verbessern. Dafür wurden 345 Splitt-Rüttel-Pfähle im Boden versenkt. "Wir bauen auf einem alten Bachbett mit vielen Sedimenten. Die Pfähle müssen bis in den Bachkies gesetzt werden, danach kommt der bergische Fels", berichtet der Architekt. Eine imposante Spezialmaschine rüttelt den Boden, durch die enorme Vibration wird das Erdreich seitlich verdrängt und gepresst. In den Hohlraum fällt der Splitt deutlich hörbar und wird durch die Pfähle gleichmäßig verteilt. "Darauf kommt ein 50 Zentimeter dickes Schotterbett, worauf die Bodenplatte gesetzt wird", erläutert Eversberg. Das Prozedere sorge dafür, dass die Gebäude auf wesentlich standfesterem Untergrund gebaut werden.

Bergischer Fels auf dem Gelände an
Bergischer Fels auf dem Gelände an der Bachstraße. Foto: joachim rüttgen

Die Ausschachtungsarbeiten für das Fundament folgten Mittwoch und Donnerstag, dann wurde sofort betoniert. Der Hochbau sollte gestern beginnen. Den Arbeiten vorausgegangen waren umfangreiche Bodenanalysen, denn der Architekt wollte keine Überraschungen erleben. "Wir arbeiten hier nach einem Bodengutachten", sagt er. Die blauen Punkte auf der Baustelle zeigen genau an, wo gebohrt werden muss, um die 345 Pfähle zu setzen. So werden auch die Fundamente und die Außenwände genau positioniert. "Dann fangen wir mit dem Beton an und da mit den Schächten für die Aufzüge, da die tiefer liegen als die Bodenplatte", erklärt Eversberg. Sukzessive folgen die Betonaußenwände als Fertigteile. "Den Rohbau möchten wir im Dezember fertig haben - inklusive Fenster und Dächer, so dass im Verlauf des Winters der Innensausbau beginnen soll", informiert der Architekt.

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Im Herbst 2019 sollen die ersten Bewohner einziehen können. Eversberg ist sehr zufrieden mit der Resonanz. "Der größte Teil der Käufer sind Hückeswagener, einer kommt aus Rade, einer aus Halver und einer aus Remscheid", berichtet der Architekt, der das Projekt mit wechselvoller Geschichte endlich zu einem positiven Ende bringen will.

Im Oktober 2011 erwarb der Hückeswagener Jürgen Hartmann das ehemalige Schlosshotel, in dem seit den 1980er Jahren eine Diskothek betrieben wurde. Er wollte drei Häuser mit 33 Wohnungen errichten. Im April 2012 wurde das 1936 und 1937 erbaute Gebäude abgerissen. Im Oktober 2012 überarbeitete Hartmann sein Konzept und gab das Projekt im April 2016 ab. Dafür sprang die Runkel-Unternehmensgruppe aus Siegen als Investor ein und wollte drei Häuser mit 30 Wohnungen bauen. Im Mai 2017 zogen sich die Siegener zurück, weil sie zu wenig Interessenten hatten. Im Oktober 2017 übernahm Eversberg.

(RP)