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Blutspenden in Hückeswagen erstmals mit Terminvergabe

DRK in Hückeswagen : Blutspenden erstmals mit Terminvergabe

Erstmals konnte man sich zum Blutspenden in der Realschule per App anmelden. Der Vorteil: kürzere Schlangen und ein insgesamt sehr reibungsloser Ablauf – wie der Selbstversuch zeigt.

Das Anmelden über die Smartphone-App „Meine Blutspende“, die der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kürzlich eingerichtet hat, funktioniert schon mal prima. Einfach herunterzuladen ist sie, und direkt kann man sich den Wunschtermin für die nächste Blutspende aussuchen. Eine Erinnerungsmail gibt es obendrein noch, zumindest dann, wenn man es möchte. Und, wie Ute Becker aus dem Koordinatorenteam mitteilt, gut genutzt haben die Hückeswagener das Angebot obendrein. „Beim ersten Termin im Jahr waren alle Termine bis zum Abend bereits im Vorfeld belegt“, sagt sie zufrieden. Das Ergebnis spreche für sich – 193 Blutkonserven seien am Ende des Mittwochs zusammengekommen. Man habe zwar auch ohne Termin kommen können. „Aber dann musste man eben unter Umständen ein paar Minuten warten.“

Die Hückeswagener sind sehr spendenfreudig – und das auch schon in normalen Zeiten. Beim ersten Termin des Jahres, der komplett unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie steht, sind aber noch mehr Spender als üblich gekommen. „Ich habe eigentlich schon für beide Termine die Snack-Pakete eingekauft. Aber wie es aussieht, werde ich noch einmal los müssen“, sagt Ute Becker.

Blutspenden sei absolut systemrelevant. „Wir haben aus dem Kreisverband die Info bekommen, dass die Blutspende-Termine bis zuletzt durchgezogen würden“, berichtet Ute Becker. Eigentlich klar, denn Spenderblut wird schließlich auch in der Pandemie dringend gebraucht. Für die Spender ändert sich auch nicht viel. Masken muss man ohnehin immer und überall tragen, neu ist lediglich die Frage der DRK-Mitarbeiterin, ob man einen Kaugummi oder ein Bonbon im Mund habe. „Wegen der Erstickungsgefahr, falls einem Spender der Kreislauf wegsackt“, sagt sie. Und wegen der Maske könne man das nicht mehr direkt sehen.

Schnell gründlich den Arm desinfizieren lassen, eine Faust machen, Zähne zusammenbeißen – und schon sitzt die Kanüle im Arm. Alles wie üblich. Genau wie die lockere Freundlichkeit der DRK-Helfer, denen die Arbeit auch kurz vor Ende des Spendentermins ganz einfach von der Hand geht.

Vor der eigentlichen Spende, die in knapp zehn Minuten erledigt ist, muss man zum Arztgespräch und der Kurz-Untersuchung. Kein Fieber, normaler Sauerstoffgehalt – so hat der Arzt keine Bedenken gegen die Blutspende. „Danke, dass Sie auch während Corona spenden – und bleiben Sie gesund“, gibt er noch mit auf den Weg. Im Grunde ist tatsächlich fast alles wie sonst auch. Abgesehen vom ansonsten immer sehr gemütlichen Aprés-Spenden-Aufenthalt in der Realschul-Mensa mit Getränken, Würstchen und frisch belegten Brötchen. Dafür gibt es von den freiwilligen Helferinnen ein Proviant-Paket am Ausgang.

Und ja, die Schlange vor der Realschule an der Kölner Straße ist dieses Mal wegen der Terminvergabe nicht so lange wie sonst. Sehr zur Freude des einen oder anderen Spenders. „Ich finde das super. Ich habe direkt mit der App einen Termin ausgemacht – um 18.15 Uhr – und den auch bekommen“, erzählt Tobias Bosbach, der seine immerhin schon 73. Spende erstmals mit Termin begangen hat. „Jetzt bin ich sofort drangekommen, es gab keine Wartezeiten – alles wunderbar, vor allem bei den kalten Temperaturen draußen.“

Dass nun schon beim ersten der beiden Januar-Termine insgesamt mehr als 190 Spenden zusammengekommen sind, ist für Ute Becker ein schönes Zeichen für die Spendenfreudigkeit der Hückeswagener. „Vielleicht kommt auch hinzu, dass so viele Menschen derzeit im Homeoffice sind – und auch froh sind, einfach mal wieder rauszukommen“, sagt sie und schmunzelt. Sie sei mit den Abläufen der Termine unter Corona-Bedingungen sehr zufrieden. „Ich glaube, wir händeln das alles sehr gut. Wir haben mit den Spendern nur Sichtkontakt: Nämlich dann, wenn wir die Proviant-Pakete am Ausgang ausgeben. Genau so soll es ja auch sein“, sagt sie.