1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Bewegender Abschied

Hückeswagen : Bewegender Abschied

Die Realschule Hückeswagen ist sein "Lebenswerk" gewesen – nun ist dieses Kapitel für Dieter Schruff abgeschlossen. Nach fast 25 Jahren als Schulleiter wurde er am Samstag offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Die Realschule Hückeswagen ist sein "Lebenswerk" gewesen — nun ist dieses Kapitel für Dieter Schruff abgeschlossen. Nach fast 25 Jahren als Schulleiter wurde er am Samstag offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Das war nicht einfach höflicher Applaus, der Dieter Schruff nach seiner letzten Rede als Leiter der Realschule gezollt wurde. Die vielen Gäste in der Aula erhoben sich am Samstag von den Plätzen, um minutenlang einem Mann zu applaudieren, der nicht nur mit Fleiß, Können und Geschick, sondern auch mit Leidenschaft und Menschlichkeit "seine" Schule geprägt hat. Als "Liebhaber der Arbeit", für den "Stress ein Glückshormon" ist, als "Alpha-Leiter" und "Mann von eisernem Willen" wurde er in den Ansprachen gewürdigt. Ministerialrat Joachim Keferstein brachte es auf den Punkt: "You made the big difference" — Du hast den großen Unterschied ausgemacht.

"Die Kinder lieben Sie"

Das bezog sich sowohl auf den Schulleiter und Pädagogen, als auch auf den Menschen Dieter Schruff. Heike Otto, früher selbst Realschülerin und heute Vorsitzende der Schulpflegschaft, drückte es so aus: "Die Kinder lieben Sie." Das wurde auch in der Feierstunde deutlich. Schüler aller Jahrgangsstufen trugen kleine Gedichte vor, aus denen spürbar wurde: Wenn Schruff auch eine Schule mit über 560 Kindern leitete, so galt seine Zuwendung doch immer dem Einzelnen — und das ist bei Lehrern wie Schülern auch als Botschaft angekommen. Bezeichnend: Der Pädagoge hat, so wurde mehrfach erwähnt, immer jedes Kind bei seinem Namen gekannt.

Ein fordernder Schulleiter und Lehrer sei Dieter Schruff gewesen, unterstrich Lüder Ruschmeyer als Sprecher der oberbergischen Realschul-Leitungen: "Aber Du bist einer von denen, die von sich selbst immer am meisten fordern. Und einer, für den fordern auch fördern heißt. Wir Leiter der Realschulen in Oberberg verbeugen uns vor Deinem Lebenswerk."

Dass Dieter Schruff auch ein Kämpfer war, wenn es um die Belange der Realschule ging, wurde am Samstag aus mehreren Redebeiträgen deutlich: "Geht nicht, gibt's nicht", zitierten Christiane Störte und Maren Neugart, die für das Kollegium sprachen, einen der für ihn typischen Sätze in Situationen, in denen es schwierig wurde. Ein zweiter war: "Wenn wir etwas wollen, dann schaffen wir das auch." So hat auch Uwe Ufer als Bürgermeister Dieter Schruff kennengelernt. Er bescheinigte dem Pensionär, "mit außerordentlichem Engagement und unbeugsamem Willen" nicht nur die Schule, sondern die gesamte Stadt "wesentlich mitgeprägt" zu haben. Ufer: "Schule und Stadt verlieren heute einen leidenschaftlichen Kämpfer für Bildung und Innovation."

Herzlich und charmant fielen die Dankesworte von Dieter Schruff aus. Sein Fazit im Rückblick auf seine Jahrzehnte als Pädagoge und Schulleiter: "Wohl dem, der sein Hobby zum Beruf machen konnte."

(RP)