Hückeswagen: Besser als gar nichts tun?

Hückeswagen : Besser als gar nichts tun?

Pro oder kontra Alkoholverbot – es wird, so oder so, kein leichter Beschluss sein, den die Politiker im Rat fassen müssen. Ringen sie sich tatsächlich zu der neuen Straßenordnung durch, bleibt es fraglich, ob die neuerliche Reglementierung von Alltagsgeschehen den erhofften Nutzen bringt.

Wer trinken und randalieren will, trinkt und randaliert eben – wenn nicht in den engen Grenzen der Innenstadt, dann nebenan: Wuppersperre statt Wupperaue, Bach- statt Islandstraße, Brunsbachtal statt Stadtpark. Es gibt ausreichend Ausweichmöglichkeiten für Trink-Treffs. Dennoch: Viele Bürger verlangen nach einem Alkoholverbot, wie die heftige Diskussion der zurückliegenden Wochen gezeigt hat. Tenor: Besser die Straßensatzung schärfer fassen als gar nichts tun gegen die tagtäglich – übrigens durchaus nicht nur in der Innenstadt – zu beobachtenden Auswüchse ausufernder Trinkgelage. Und: Wenn’s schon nichts nützen mag, dann schadet es doch auch nichts. Das ist zwar richtig, wäre aber ein klares Signal von Ohnmacht gegenüber einem gesellschaftlichen Phänomen, dem mit per Satzung festgelegten Verboten nicht wirklich wirksam begegnet werden kann. Stellt sich nur die Frage nach wirkungsvollen Alternativen. Bisher ist sie unbeantwortet geblieben. Fatal wäre es, wenn sie gar nicht mehr gestellt würde, weil die Verantwortlichen im Rat meinen, mit einem Votum pro Verbot ihre Hausaufgaben gemacht und das Problem gelöst zu haben.

(RP)
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