Angebot des Berufskollegs Hückeswagen für Jugendliche Schloss-Stadt erhält „Zukunftsschmiede“

Hückeswagen · Nach den Sommerferien wird das Berufskolleg Hückeswagen ein neues Projekt starten, das sich an Schüler der weiterführenden Schulen richtet. Was dahintersteckt.

 Gunnar Mühlenstädt, Schulleiter und Geschäftsführer des Berufskollegs Hückeswagen, informiert über das neue Projekt der Privatschule Bergischer Unternehmer: Die „Zukunftsschmiede“ will den MINT-Bereich bei Schülern der Klassen sieben bis zehn aus Hückeswagen und Umgebung interessanter machen.

Gunnar Mühlenstädt, Schulleiter und Geschäftsführer des Berufskollegs Hückeswagen, informiert über das neue Projekt der Privatschule Bergischer Unternehmer: Die „Zukunftsschmiede“ will den MINT-Bereich bei Schülern der Klassen sieben bis zehn aus Hückeswagen und Umgebung interessanter machen.

Foto: Jürgen Moll

Das Berufskolleg Hückeswagen ist eine enorm rührige und zukunftsorientierte Schule. Seit seiner Gründung durch bergische Unternehmen in 2010 gibt es immer wieder neue Projekte und Ideen – der neueste Streich heißt „Zukunftsschmiede Oberberg/Hückeswagen“. „Der Hintergrund ist, dass der Verein 3-Städte-Depot die Idee einer Junior-Akademie hatte, die an das Konzept der Junior-Universität in Wuppertal angelehnt war“, berichtet Schulleiter Gunnar Mühlenstädt. Das sei bislang aber nicht umgesetzt und werde es wohl auch nicht, weil die Dimensionen einfach viel zu groß geworden seien, um sie auf Vereinsebene zu realisieren. „Da haben wir uns als Berufskolleg eben vorgenommen, das Konzept auf einer anderen Ebene weiterzuverfolgen“, sagt Mühlenstädt.

Somit ist die „Zukunftsschmiede“ geboren. Es gehe darum, sagt der Schulleiter, dem Problem des relativ sachte, aber doch kontinuierlich steigenden Ausbildungsplatzangebots im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in Kombination mit einer deutlich sinkenden Zahl an Bewerbern zu begegnen. „Unser Angebot im Berufskolleg ist bereits sehr vielfältig, wir wollen das nun auch an den weiterführenden Schulen anbieten“, betont Mühlenstädt. Geschehen soll das in Form unterschiedlicher Kurse, die sowohl von den dafür weitergebildeten Lehrern der weiterführenden Schulen geleitet werden sollen, aber auch von Auszubildenden an den Partnerunternehmen des Berufskollegs. „Die Ansprache von beinahe gleichaltrigen jungen Menschen untereinander ist immer noch der direkteste und beste Weg“, ist sich Mühlenstädt sicher.

Aktuell wird die ehemalige Kapelle des Marienhospitals zu einem New-Work-Bereich umgebaut (unsere Redaktion berichtete); der Raum soll nach den Sommerferien fertiggestellt sein. „Dann möchten wir auch mit der ,Zukunftsschmiede‘ an den Start gehen“, sagt der Schulleiter. Soll dort doch ein Großteil der Kursangebote stattfinden. „Der Raum ist natürlich in erster Linie für unsere Schülerinnen und Schüler gedacht. Aber es gibt auch noch eine ganze Menge Zeit, in der dort nichts passiert, etwa in de Nachmittags- oder Abendstunden.“

Das Projekt hat ein Volumen von etwa 400.000 Euro für die kommenden drei Jahre. Damit sollen in erster Linie die Dozentengehälter finanziert werden, aber auch noch Teile der Ausstattung für die Kurse sowie der Unterhalt der Räumlichkeiten.

Die Kurse sind unterschiedlicher Natur. „Der gemeinsame Nenner ist das Thema MINT. So wird es etwa Design-Kurse mit 3D-CAD, 3D-Druck oder 3D-Scans geben. Auch das 3-Städte-Depot ist mit im Boot – mit dem Thema ‚History-Tech‘, also der Arbeit an und mit historischen Maschinen“, erläutert Mühlenstädt. Daneben sei eine offene Werkstatt geplant, bei der Freiarbeit mit allen technischen Gegenständen möglich sei. „Ebenfalls wird es Robotik-Kurse, den Technologiewettbewerb ‚Formel 1 in der Schule‘ oder Informatik-Kurse geben.“ Die Dauer der Angebote ist von einer einmaligen Nachmittagsveranstaltung bis zu einem Kursus, der sich über ein halbes Jahr ziehen werde, geplant.

Ein nicht unerheblicher Teil der Grundausstattung ist bereits vorhanden. „Das ist ja das Schöne – wir nutzen die vorhandene Infrastruktur dafür“, sagt der Berufskollegleiter. Für die weitere Finanzierung sei man im Gespräch mit Sponsoren. „So haben wir die Voss-Stiftung in Wipperfürth darauf angesprochen, dort war man direkt von der Idee begeistert. Denn ein vergleichbares Angebot gibt es in der Region nicht“, sagt Mühlenstädt. „Wir haben uns auch bei ,Leader‘ für eine Förderung beworben.“ Dort werde die Entscheidung über eine Förderfähigkeit im März getroffen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es keine Förderung durch das EU-Programm geben wird, sei die Umsetzung der „Zukunftsschmiede“ allerdings nicht bedroht. „Dann starten wir auch, nur eben etwas kleiner“, versichert Mühlenstädt.

Die Zielgruppe der „Zukunftsschmiede“ sind Jungen und Mädchen der siebten bis zehnten Jahrgangsstufe an den weiterführenden Schulen. „Davon gibt es im Einzugsgebiet Wermelskirchen, Hückeswagen, Remscheid-Lennep, Wipperfürth und Radevormwald insgesamt 25 – vier Förderschulen, drei Hauptschulen, vier Realschulen, vier Sekundarschulen, zwei Gesamtschulen und acht Gymnasien“, listet der Schuleiter auf. Ausnahmsweise sei an dieser Stelle auch der öffentliche Nahverkehr positiv hervorzuheben. „Man ist zwar teilweise ein wenig unterwegs, aber kommt immer ohne umzusteigen nach Hückeswagen, das diesbezüglich sehr zentral liegt“, wirbt er.

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