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Bernhard Guski öffnete wieder seine Türen auf Voßhagen

Hückeswagen : Kunst für die Seele

Bernhard Guski öffnete gestern zur Winterausstellung wieder seine Türen auf Voßhagen.

Der Blick von Voßhagen über das Bergische Land ist am Sonntagmorgen verhangen. Die Wolken hängen tief, Nieselregen fällt. Schön ist es hier trotzdem. Und wer dann noch das schmucke, gusseiserne Tor, das zur Feier des Tages offen steht, hinter sich lässt und die schwere, kunstvolle Haustür öffnet, der vergisst das Nieselwetter ohnehin in Windeseile. Denn in dem gemütlichen bergischen Häuschen auf Voßhagen empfängt den Besucher ein leckerer Glühweingeruch, Kerzenschein und ein munteres Stimmengewirr.

Wenn Künstler Bernhard Guski zur Winterausstellung einlädt, dann können sich Kunstfreunde von der Magie auf Voßhagen überzeugen. Dann besuchen sie den Künstler und seine Frau auf einen Kaffee, treffen sich in der gemütlichen, kleinen Küche, lassen sich die ersten Weihnachtsplätzchen schmecken und gönnen sich zuweilen eines der Kunstwerke, die Besucher hier in ihren Bann ziehen. Da sind die Bilder von der Kurischen Nehrung, die den Guskis am Herzen liegen. Mit ihrem kleinen, fahrenden Atelier – ihrem Wohnwagen – ist das Paar dann unterwegs, sammelt Geschichten und Bilder im Kopf. Und wenn der Künstler zurückkehrt in seine Werkstatt auf Voßhagen, dann bringt er jene Eindrücke auf Papier. „Diese Bilder zeigen das, was ich sehe“, sagt er, „während viele andere Werke zeigen, was ich fühle.“ Das gilt für Skulpturen wie die Engelsflügel, die er aus Holz geschaffen und dann lackiert hat. „Ich habe im Urlaub in einem Schaufenster ein Fischernetz mit Möwenflügel gesehen“, erzählt er, „das hat mich inspiriert.“ Also schuf er die Skulptur: „Beflügelt“ nannte er sein Werk. Eine ganze Weile trug er dann in die Idee für seine jüngste Kunst mit sich: eine Monstranz aus Ebenholz, die er teilweise grün und weiß lackiert hat. „Ich bin kein Katholik, der auf den Knien herumrutscht“, sagt er, „aber irgendwas daran ist mir wichtig.“ Und deswegen wollte er die Monstranz schaffen – nicht aus Silber und Gold. „Sondern mit vielen Facetten und Farben“, sagt er, „sie sollte gleich mehrere Spektren des Lebens widerspiegeln.“ Religiöse Motive, Kreuz und Dornenkrone, sind ihm nicht fremd. Die besondere Skulptur markiert trotzdem einen neuen Stil. „Es ist ganz wichtig, nicht stehen zu bleiben“, sagt Guski, „ich bin neugierig und will Dinge ausprobieren.“ Ein Ziel hat dann aber jedes seiner Kunstwerke: Es solle den Betrachter „beseelt“ nach Hause gehen lassen. Das erleben Besucher bereits traditionell bei den Ausstellungen auf Voßhagen. Dort finden aufmerksame Betrachter auch das Bild von der Mondfinsternis, und wer genau hinhört, bekommt die Geschichte von jenem besonderen Abend auf Voßhagen erzählt, als der Mond zum Spektakel wurde und Guskis am Ende ihre Sessel ins Gras trugen, um keinen Moment zu verpassen. Ohnehin lohnt sich auch zur Winterausstellung ein Blick durch die kleinen Fachwerkfenster in den Garten – samt Skulpturen. Denn der wird auch von Regen und Nebel eindrucksvoll in Szene gesetzt.