Hückeswagen: Berliner Luft geschnuppert

Hückeswagen: Berliner Luft geschnuppert

Hückeswagens erster Bundestagsabgeordneter hat seine ersten Tage im neuen Job hinter sich. Jörg von Polheim kümmerte sich zunächst um organisatorische Aufgaben. In der vorigen Nacht stand er wieder in seiner Backstube.

Die Brötchen, die es heute in der Bäckerei von Polheim auf dem Etapler Platz zu kaufen gibt, sind — zumindest teilweise — von einem echten Bundestagsabgeordneten hergestellt worden.

Gestern Abend, etwa halb sechs, kam Jörg von Polheim vom Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart zurück, wohin er am Morgen mit einigen Kollegen der FDP-Bundestagsfraktion von Berlin aus geflogen war. Ab Mitternacht wollte der Bäckermeister dann in seiner Backstube an der Kölner Straße seinem Kollegen Jürgen Brodtmann, den er für zunächst zwei Jahre als Vertretung eingestellt hat, zur Hand gehen.

Hotelzimmer als Dienstwohnung

Am Mittwochmorgen war der Hückeswagener, der zum 1. Januar das Bundestagsmandat des zur Europäischen Investitionsbank gewechselten Dr. Werner Hoyer übernahm, von Wuppertal aus mit dem Zug in die Bundeshauptstadt gereist und hatte sich zunächst im Hotel Meininger einquartiert. "Das liegt am Hauptbahnhof und recht nahe am Reichstag", berichtete von Polheim, den die BM gestern Mittag auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof telefonisch erreichte, kurz bevor er zusammen mit dem Wermelskirchener Kollegen Christian Lindner im Zug nach Köln fuhr. Eine seiner ersten Aufgaben war es, sich in Berlin um eine Wohnung zu kümmern. Doch die Suche war bislang erfolglos: "Diejenigen, die mir gefallen haben, waren schon vergeben." Allerdings ist von Polheim optimistisch, schnell etwas zu finden.

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Die beiden ersten Tage nutzte der Hückeswagener, um vor allem sein Abgeordnetenbüro im Jakob-Kaiser-Haus einzurichten. Mit Hilfe von Büroleiter Markus Kaiser, den er von Hoyer übernahm, wurden im Raum 4767 Kabel verlegt und die Büromöbel aufgestellt. In der kommenden Woche soll die technische Ausrüstung folgen. "Am Mittwoch bin ich wieder in Berlin", sagte von Polheim. "Dann hoffe ich, handlungsfähig zu sein."

Der erste Eindruck von der Bundeshauptstadt, die zumindest bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2013 seine berufliche Heimat sein wird, ist überwältigend: "Das sind hier ganz andere Dimensionen", hat der Bundestagsabgeordnete festgestellt. Alleine der neue Hauptbahnhof sei so groß, dass darin die Hückeswagener Innenstadt komplett verschwinden könnte. Der 52-Jährige weiß aber schon jetzt: "Auf Dauer möchte ich die Beschaulichkeit von Hückeswagen nicht missen."

Brötchen-Diplomatie

Als Bäckermeister musste der neue Bundestagsabgeordnete der FDP in Berlin natürlich die Brötchen der dortigen Zunft probieren. Auf die Frage, wie die "Schrippen" geschmeckt haben, gab sich von Polheim diplomatisch, wie es sich für einen Politikprofi gehört: "Dazu schweigt des Sängers Höflichkeit."

(RP/rl)
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