Ein Jahr nach der Flut im Bergischen Kein Prozess wegen Hochwasser

Bergisches Land · Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem verheerenden Hochwasser im Juli 2021 nicht weiter gegen Mitarbeiter des Wupperverbandes. In dem Verfahren galt es unter anderem zu klären, ob die Verantwortlichen die hohen Regenmengen früher hätten voraussehen und dementsprechend verhindern hätten können.

Die Wupper hatte sich bis zu Gärten an der B 237 ausgebreitet.

Die Wupper hatte sich bis zu Gärten an der B 237 ausgebreitet.

Foto: Svitek

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat die Vorermittlungen gegen Verantwortliche des Wupperverbandes nach dem Hochwasser am 14. und 15. Juli 2021 abgeschlossen. Ergebnis: Es wird keine weiteren Ermittlungen geben, „da nach dem Ergebnis der Vorermittlungen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten nicht vorliegen“, teilte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert mit.

Zu entscheiden war, ob Mitarbeiter des Wupperverbandes die Überschwemmung, die vor allem in Hückeswagen, aber auch in Wermelskirchen und Radevormwald für erhebliche Schäden gesorgt hatte, herbeigeführt hatten – womöglich sogar fahrlässig. Damit musste die Staatsanwaltschaft klären, ob die Verantwortlichen die ungewöhnlich hohen Regenmengen rechtzeitig hätten vorhersehen und das Hochwasserereignis durch geeignete Maßnahmen hätten verhindern können. „Dies ist nach den getätigten Vorermittlungen nicht der Fall“, berichtete Baumert.

Nach Auswertung aller Unterlagen hätten erst ab 12. Juli 2021 konkreter werdende Wetterprognosen und Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes vorgelegen, die ein Starkregenereignis in der hiesigen Region als wahrscheinlich erscheinen ließen. „Die später vollgelaufene Wupper-Talsperre war zu dieser Zeit zu 92 Prozent gefüllt, was der Betriebsgenehmigung entsprach, da niedrigere Füllstände als Hochwasserschutzräume lediglich in den Wintermonaten vorgeschrieben sind“, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Flut in NRW: Voher-Nachher-Fotos nach einem Jahr
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Vorher-Nachher-Fotos nach einem Jahr Flutkatastrophe in NRW

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Foto: AP/Michael Probst

Noch am 12. Juli habe der Wupperverband mit einer Vorentlastung der Talsperre begonnen, wobei die Abgabemenge bis zum Starkregenereignis erhöht worden sei. „Eine stärkere Vorentlastung war nicht möglich, da es ansonsten zu einer Flutwelle im Unterlauf gekommen wäre. Die naheliegende Gefahr einer Überschwemmung war mithin für die Verantwortlichen des Wupperverbandes nicht rechtzeitig erkennbar und vermeidbar“, schreibt Baumert. Unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz sei auch keine verspätete Warnmeldung des Wupperverbands feststellbar. Diese seien nach dem Überschreiten der Pegelstände abgesetzt worden.

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