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Bergischer Geschichtsverein in Hückeswagen feiert 60-jähriges Bestehen

Historie in Hückeswagen : 60 Jahre Bergischer Geschichtsverein

Iris Kausemann erinnert an geschichtsinteressierte Männer aus Hückeswagen: Wilhelm Blankertz, August Lütgenau oder Ernst Johanny waren Mitglieder im Geschichtsverein und haben viel für die Erforschung der Geschichte getan.

Es hat lange gedauert, bis sich auch in Hückeswagen eine Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) gründete. Immerhin auf 60 Jahre blicken die Mitglieder mittlerweile aber dann doch schon zurück, berichtet die Vorsitzende Iris Kausemann. Nach ihren Angaben ist der 17. Dezember 1960 der Gründungstag der Abteilung in der Schloss-Stadt. „Dies ist freilich sehr spät, wenn man bedenkt, dass der Bergische Geschichtsverein sich bereits 1863 gründete und eines der Gründungsmitglieder der Geheime Archivrat und Leiter des ehemaligen Staatsarchivs Düsseldorfs, Woldemar Harleß, war, der 1890 sein Hauptwerk zur Geschichte von Amt und Freiheit Hückeswagens veröffentlichte“, berichtet Kausemann.

Sie verweist auf viele geschichtsinteressierte Männer aus Hückeswagen, wie Wilhelm Blankertz, August Lütgenau oder Ernst Johanny, die Mitglieder im Bergischen Geschichtsverein waren und viel für die Erforschung der Geschichte getan haben. „Aber zur Gründung einer eigenen Abteilung kam es nicht. Erst dem Nachlass von Wilhelm Blankertz und dem Engagement von Arno Paffrath ist es zu verdanken, dass sich die Heimatfreunde Dr. Peter Bode, Joseph Lamsfuss (Schwiegersohn von Wilhelm Blankertz), Dr. Geo Fritz Gropp und Joachim von Seewitz formierten“, sagt Iris Kausemann.

Den Vorstand bildeten 1962 Arno Paffrath (1. Vorsitzender), Dr. Peter Bode (2. Vorsitzender), Josef Lamsfuss (1. Geschäftsführer) und Kurt Frielingsdorf (2. Geschäftsführer). Beisitzer waren Hanne Lamsfuss (Protokollführerin), Carola Lepping (Bibliothekarin), Dr. Geo Fritz Gropp (Pressereferent), Joachim von Seewitz (Kulturreferent), Willi Wörsdörfer (Redakteur „Leiw Heukeshoven“) und Helmut Holte (Referent für die Erforschung der Burg).

Nun begann die konzentrierte und geplante Arbeit der 76 Mitglieder zur Vermittlung und Erforschung der Hückeswagener Geschichte. „Es wurden unzählige Vorträge und Fahrten organisiert und durchgeführt“, berichtet Iris Kausemann. Ein besonderes Augenmerk müsse auf das Zusammentragen und die Sicherung der historischen Quellen gelegt werden. Denn ohne historische Quellen sei keine Recherche möglich. So konnte bereits 1967 gemeinsam mit dem Kreisarchivpfleger a.D., Fritz Hinrichs, der Altbestand an kommunalem Schriftgut der Stadt Hückeswagen verzeichnet und gesichert werden. Ein Stadtarchiv über der Torkapelle wurde eingerichtet und dem BGV ein separater Raum zugewiesen.

„Um Geschichte lebbar zu machen und zu vermitteln ist die Nähe zu den historischen Quellen von größter Wichtigkeit“, findet die BGV-Vorsitzende. Karl Reiner Illgen, der 1994 den 1. Vorsitz übernahm, sorgte 2003 gemeinsam mit Amtsleiter Peter Schiebahn für die hauptamtliche Besetzung des Stadtarchivs mit einer ausgebildeten Diplomarchivarin auf 400-Euro-Basis. Die Erschließung des Nachlasses von Arno Paffrath erlaubte dann sogar eine befristete Halbtagsstelle. Die kommunalen Bestände wurden zusammengeführt und zogen 2009 in die Ewald-Gnau-Straße. Mittel für eine unbefristete Archivstelle wurden nicht genehmigt und das Stadtarchiv zunächst auf 400-Euro-Basis weitergeführt – mit einer regulären Öffnungszeit jeden Samstag.

2011 wurde das Stadtarchiv von einer städtischen Mitarbeiterin übernommen und 2016 mit dem Stadtarchiv Wipperfürth in Wipperfürth vereinigt – Öffnungszeiten von Montag, Dienstag und Donnerstag von 14 Uhr bis 16 Uhr und zusätzlich an jedem 1. und 3. Donnerstag bis 18 Uhr bieten Zugang zu den kommunalen Quellen und zum Nachlass von Arno Paffrath.

Aber auch das BGV-Archiv ist seit April 2019 jeden ersten Samstag im Monat öffentlich zugänglich. Zuerst war dieses Archiv nur für die Vereinsmitglieder einzusehen. Lange Jahre kümmerte sich Dr. Lothar Bubke um die Erhaltung und Ordnung. Auf Initiative von Iris Kausemann fand die erste archivfachliche Verzeichnung durch Tobias Dahl statt. Das Ehepaar Ross baute schließlich das komplette Archiv archivfachlich mit konservatorischer Verpackung und Anlage von Findbüchern auf. In den letzten Jahren wird das Archiv von Ingo Davin betreut, der das Fotoarchiv aufbaute und zurzeit an einer Datenbank zum Gewerbe in der Stadt Hückeswagen arbeitet.

Eigentlich wollte der BGV sein 60- jähriges Bestehen im Zuge der Jahresabschlussveranstaltung feierlich begehen, was aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht möglich ist. „Aber es wird für jedes Mitglied ein kleines Geschenk geben. Fredi K. Ross hat dem Verein seinen wundervollen Fotoband zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt“, teilt Iris Kausemann mit. Der Vorstand hoffe, damit allen eine Freude zu bereiten – „und vielleicht können wir ja noch einige Personen bis Ende Dezember als neue Mitglieder begrüßen“, hofft die Vorsitzende.