Ansichtssache: Beim Raspo und der Stadt sind die Blicke in die Zukunft gerichtet

Ansichtssache : Beim Raspo und der Stadt sind die Blicke in die Zukunft gerichtet

Vor großen Herausforderungen stehen die Stadtverwaltung und der RSV 09. Letzterer muss einen Neuanfang starten, der völlig überraschend gekommen ist. Und die Stadt hat mit Blick auf die Zukunft viele Aufgaben zu bewältigen.

So etwas nennt man wohl "einen Blitz aus heiterem Himmel": Der Vorstand des RSV 09 kündigte völlig überraschend an, die erste Mannschaft aus der Kreisliga A zurückzuziehen. Der Trainer, mit dem erst im April die Fortsetzung der Zusammenarbeit für die nächste Spielzeit vereinbart worden war, hatte bereits das Handtuch geworfen. Auch wenn es zu diesem Schritt des Vorstands angesichts der Handvoll übrig gebliebenen Spieler keine Alternative gibt, so ist er doch schmerzhaft.

Der Raspo und Querelen - das ist nichts Neues. Immer wieder gab es Streit im oder mit dem Vorstand. Vorsitzende traten zurück, Jahreshauptversammlungen liefen aus dem Ruder, Beschimpfungen waren an der Tagesordnung. Doch der aktuelle Vorstand um den Vorsitzenden Michael Steffens hatte den Verein scheinbar in ein ruhiges Fahrwasser zurückgesteuert. Nach dem "mit Sicherheit schlechtesten Jahr der langen Vereinsgeschichte", wie Steffens auf der Jahreshauptversammlung Anfang März betont hatte, schienen die Weichen für eine positive Zukunft gelegt worden zu sein. Die erste Mannschaft spielte erfolgreich in der Meisterschaft, n der Jugendabteilung wird ohnehin seit langem anerkannt gute Arbeit geleistet. Vor allem diese gilt es zu erhalten. Dafür muss beim Raspo ein Neuanfang her - auch wenn der beschwerlich werden könnte. Eine Vereinsauflösung (FC 04) vor zwei Jahr reicht für die Schloss-Stadt. Gerade der kickende Nachwuchs muss eine sportliche Heimat haben. Der Raspo-Vorstand ist jetzt in der Verantwortung, die Weichen für einen erfolgreichen Neubeginn zu stellen.

Vor einer großen Herausforderung steht auch die Stadtverwaltung. Mit den Anforderungen des demografischen Wandels beschäftigt sie sich seit Jahren. Aber einen Lösungsansatz hat sie noch nicht gefunden - was nicht verwundert, da niemand in die Zukunft schauen kann. In dieser Woche erhielten die Verantwortlichen eine ernstzunehmende Analyse geliefert. Die Wohnraumbedarfsanalyse ist zwar im Umfang genau so sperrig wie ihr Name, doch sie enthält auf 144 Seiten jede Menge Daten, Fakten und Prognosen, mit denen die Verwaltung arbeiten kann. Die Expertin, die die Studie im Planungsausschuss vorstellte, hatte eine klare Botschaft: Die Stadt muss dafür Sorge tragen, dass viele neue und attraktive Wohnungen entstehen. "Bauland kann nur die öffentliche Hand anbieten. Das Angebot müssen Sie schaffen", sagte Petra Heising in Richtung Verwaltung.

Das ist vollkommen richtig. Aber offenbar schwerer, als es die Expertin für möglich hält. Ist doch die Stadt Hückeswagen schon seit Jahren dabei, weiteres Bauland auszuweisen. Doch wenn die Eigentümer der Flächen, die sie im Visier hat, nicht verkaufen wollen, hat sie schlechte Karten. Zwar regelt so manches der Preis, aber auch da kann eine Stadt im Haushaltssicherungskonzept keine großen Sprünge machen. Die Chancen, dass sie die Forderungen der Expertin bis 2020 umsetzen kann, tendieren gegen Null.

Definitiv was tun kann die Stadtverwaltung, um dem mäßigen W-Lan im Zentrum der Schloss-Stadt auf die Sprünge zu helfen. Das Surfen dort ist in der Regel nur langsam möglich. Eine Investition in ein gut funktionierendes schnelles W-Lan-Netz tut daher dringend Not. Denn auch das ist heutzutage wichtig, um neue Bewohner zu locken. Ein schnelles und vor allem ein funktionierendes Internet sind für so manchen, der eine Wohnung sucht oder ein Haus bauen will, von fundamentaler Bedeutung für die Entscheidung.

Sollte die Stadt in den Genuss einer EU-Förderung über 15.000 Euro kommen, sollte sie das Geld in die entsprechende Hardware für die Innenstadt stecken. Und nicht für den Bereich Bever. Der ist zwar auch nicht ganz unwichtig, aber im Zentrum dürfte deutlich mehr gesurft - oder es zumindest versucht - werden.

(RP)