Hückeswagen: Behindertenbeirat auf der Wunschliste

Hückeswagen : Behindertenbeirat auf der Wunschliste

Gibt es in Hückeswagen bald einen Behindertenbeirat? Die FaB hat einen entsprechenden Antrag gestellt, der am kommenden Dienstag auf der Tagesordnung des Sozialausschusses steht. Losgelöst von den Parteien ging es am Donnerstagabend bei einer Info-Veranstaltung im Hotel Kniep um das Thema.

Mit dabei und einer der Initiatoren des Abends: Karl-Heinz Bobring, Vorsitzender des Behindertenbeirats in Remscheid.

"Jeder von uns, der heute unbeeinträchtigt ist, kann sich nach einem Skiunfall mit gebrochenen Beinen oder nach einer Augenoperation in einer Situation wieder finden, in der er sich allein durch räumliche Hindernisse von einigen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sieht": So warb Bobring für die Einrichtung eines Beirats auch in der Schloss-Stadt.

Norbert Heider, in Hückeswagen lebender Behindertenbeauftragter der Stadt Remscheid, nannte Beispiele aus seinem Arbeitsalltag, die für eine kompetente Unterstützung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sprechen. Seine Einschätzung: "Schon allein mit der Beschaffung von Fördergeldern, der Auseinandersetzung mit barrierefreien Baumaßnahmen und der Werbung für eine politischen Unterstützung ist ein Behindertenbeauftragter ohne die Rückendeckung eines vielköpfigen, überparteilichen Gremiums meistens überfordert."

Die Stadt Remscheid habe mit der Einrichtung des Behindertenbeirates auch neue Projekte angestoßen. Mit ihnen werde sozialen Einrichtungen zur Betreuung behinderter Menschen unbürokratisch und ohne horrende Finanzspritzen geholfen. Bobring berichtete von einem praktisch orientierten Programm, das zusammen mit der Kreishandwerkerschaft entwickelt wurde und in dem notwendige Anschaffungen wie Spezialbetten oder rollstuhlgerechte Renovierungen handwerklich in Eigenleistung erbracht werden sollen.

Die Ratsherren Egbert Sabelek (Grüne) und Manfred Hücker (CDU) signalisierten Sympathie für die Gründung eines Behindertenbeirats. Sabelek lobte das "in Hückeswagen heute schon unverkrampfte Verhältnis zwischen Behinderten und Nichtbehinderten". Hücker freute sich über das "rege Interesse am Thema". Er unterstrich, "dass kommunale Ziele nur überparteilich gelingen können".

(mpa)
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