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Kultur-Haus Zach Hückeswagen: Begeisterung beim sechsten „Schmidtsingen“

Kultur-Haus Zach Hückeswagen : Begeisterung beim sechsten „Schmidtsingen“

Das Publikum wurde im Kultur-Haus Zach zum „Chor“ von Sänger und Gitarrist Andre Schmidt.

Bereits zum sechsten Mal war Andre Schmidt aus der Dom- in die Schloss-Stadt gekommen, um mit den Hückeswagenern sein „Schmidtsingen“ zu zelebrieren. Das Konzept war so simpel wie effektiv – und klappte auch dieses Mal ganz hervorragend. Vorne stand der Vorsänger mit der Gitarre und dirigierte seinen Chor, der sich aus etwa 40 begeisterten Sängerinnen und Sängern aller Altersstufen zusammensetzte. Die hatten von den ersten Tönen des schon traditionellen „Schmidtsingen“-Auftaktlieds „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader hörbar jede Menge Spaß am gemeinsamen Singen. Das war der perfekte Einstieg in einen etwa zweistündigen Abend, der gespickt war mit großen Hits und der gleich zu Beginn ausgegebenen Devise: „Lieber laut und falsch als leise und falsch! Laut und richtig geht natürlich auch. . .“

 Die Textsicherheit konnte bei allen Songs natürlich nicht vorausgesetzt werden. Für Abhilfe sorgte Detlef Bauer, Vorsitzender des Trägervereins des Kultur-Hauses, der am Laptop die Texte zeitgerecht auf die Leinwand platzierte. Dafür klappten Lieder wie Abbas „The Winner Takes It All“, Bryan Adams „The Summer Of 69“ oder „Die Biene Maja“ des jüngst verstorbenen Karel Gott dann aber auch so perfekt, dass Schmidt sich ganz aufs Gitarrenspielen konzentrieren konnte. Häufig musste er nur den Einstieg mitsingen, so dass er den Hückeswagenern immer wieder das Singen überlassen konnte. Ab und zu, wie bei „En d‘r Kayjass Nummer Null“ von den „Bläck Fööss“, steuerte er dann auch die zweite Stimme bei, was dem Ganzen noch einen extraschönen Touch verlieh.

 Der Humor stand mit der Freude am Singen auf einer Ebene. „Grottengenial“, befand Schmidt etwa schmunzelnd, sei die deutsche Übersetzung von bekannten englischsprachigen Hits der 1960er und 1970er Jahre gewesen. „Ihr werdet gleich noch sehen, was ich meine“, sagte er mit wissendem Lächeln, als auf der Leinwand auch schon der Titel des nächsten Songs auftauchte: „Komm gib mir Deine Hand“ von „Die Bietels“. Wer indes „Beatles“ sage, meinte Schmidt, müsse auch „Rolling Stones“ sagen. Zum Glück wurde deren Schmachtfetzen „Angie“ aber doch im Original geboten.

 Das Publikum war offensichtlich besonders gut bei Stimme. Das fiel auch Schmidt auf, der nach dem ersten Drittel begeistert sagte: „Wahnsinn, wie die Leute heute abrocken!“ Der „Chorleiter“ hatte sich allerdings auch drei wunderbar passende Sets überlegt, die das Mitsingen umso einfacher machten. Da waren Klassiker wie „Ich liebe das Leben“ von Vickie Leandros oder das unkaputtbare „Ich will keine Schokolade“ der großartigen Trude Herr ebenso dabei wie Rock-Epen wie „Wish You Were Here“ von Pink Floyd, „The Sound Of Silence“ von Simon & Garfunkel oder Queens „I Want To Break Free“.

Abgerundet wurde der einmal mehr äußerst kurzweilige Abend dann von einer doch im Original dargebotenen Version des Beatles-Klassikers „Yesterday“. Bis zum nächsten Mal, beim siebten „Schmidtsingen“ im Kultur-Haus Zach.