Hückeswagen: Bauerncafé steht vor ungewisser Zukunft

Hückeswagen: Bauerncafé steht vor ungewisser Zukunft

Das Bauerncafé von Marcus Paul und Nadine Strombach war in diesem Sommer ein häufiger Stopp bei Wanderern und vor allem bei Radfahrern, die den Radweg nutzten. Doch ob das Lokal in Busenbach 2015 wieder öffnet, ist noch unklar.

Eine der wenigen Einkehrmöglichkeiten am Radweg war in diesem Sommer das Bauerncafé von Marcus Paul und Nadine Strombach. Das Paar öffnete seinen Garten in Busenbach für Radfahrer und Spaziergänger und bewirtete ihre Gäste mit selbst gebackenen Kuchen, kleinen Speisen, Kaffee und Getränken. Mittlerweile sind die Hinweisschilder abgebaut, die Tische und Stühle weggeräumt.

"Wir haben ein Jahr gebraucht, um die Genehmigungen zu bekommen", berichtet Nadine Strombach im Gespräch mit der BM. Dafür hatte das Paar eine neue Toilette gebaut, Gartenmobiliar, einen Profi-Herd, einen neuen Kühlschrank und eine Kuchentheke angeschafft. Sein Einsatz wurde zumindest mit viel Lob und guter Resonanz belohnt: "300 bis 500 Leute waren an manchen Wochenenden hier", berichtet die Eventmanagerin. Ganze Wandergruppen seien eingekehrt - einige hätte sogar telefonisch einen Tisch reservieren wollen.

Geöffnet hatte das Bauerncafé nur an Wochenenden und auch nur bei schönem Wetter. Dann aber genossen die Besucher die Pause und die Bewirtung im idyllischen Garten direkt am Radweg. Für ein Wochenende wurden alleine 25 Bleche Kuchen gebacken, wobei die ganze Familie mithalf. "Das war immer eine riesige Kalkulationssache", sagt die 32-Jährige, denn Besucherzahl und Wetter konnten nicht zuverlässig vorausgesagt werden.

Trotz aller Auflagen war es für die Familie, die das Haus am Busenbacher Weg und das 6000 Quadratmeter große Grundstück erst vor vier Jahren gekauft hatte, eine tolle Erfahrung. "Wir haben viele Leute kennengelernt und tolle Geschichten gehört", versichert Nadine Strombach.

Ob das Bauerncafé im nächsten Sommer noch einmal öffnet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für eine weitere Sondergenehmigung müssten die sanitären Anlagen erweitert, eine Gastronomieküche angeschafft und eine direkte Anbindung an die ehemalige Bahntrasse geschaffen werden. "Die Kosten müssen kalkuliert werden. Aber ich glaube nicht, dass wir das mit den Kuchen, die wir verkaufen, wieder reinholen können", meint die Mutter einer zweijährigen Tochter. Zudem steht im März die Geburt des zweiten Kindes bevor. Das Paar möchte daher erst einmal abwarten, wie sich alles entwickelt und dann entscheiden, ob es das Thema "Bauerncafé" erneut angehen wird.

Eines ist ihm jedoch klar geworden: Die Trasse hat Zukunft und verbindet nicht nur die umliegenden Städte, sondern birgt auch ein großes Potenzial. "Als Anwohner sollte man den Radweg daher nicht als Ruhestörung ansehen, sondern lieber für eigene Zwecke nutzen", appelliert Nadine Strombach.

(heka)