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Bauantrag gestellt für Waldorfkindergarten in Hückeswagen

Neue Betreuungsform in Hückeswagen : Bauantrag gestellt für Waldorfkindergarten

Läuft alles nach Plan, könnte im September der alte Pavillon an der Ewald-Gnau-Straße abgerissen und im Oktober mit den Bauarbeiten des Kindergartens begonnen werden. Der Verein „Zwergenbande“ treibt die Planungen dafür weiter voran.

Den Eröffnungstermin hat Nicola Nocon klar vor Augen: August 2020. Also in etwas mehr als einem Jahr. Für die Planungen, die Genehmigung des Bauantrags und die Bauarbeiten für einen zweigruppigen Kindergarten ist das nicht viel Zeit. Die Hückeswagenerin ist dennoch guter Dinge, dass in etwa zwölfeinhalb Monaten die Erzieherinnen und die ersten Knirpse den Waldorfkindergarten an der Ewald-Gnau-Straße in Betrieb nehmen werden. Das bestätigt sie in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Seit vorigem Jahr engagiert sich der Verein „Zwergenbande“, der mittlerweile 36 Mitglieder hat, für die Errichtung eines Kindergartens mit walldorfpadägogischem Anspruch. Nachdem ihm der Kreisjugendhilfeausschuss im November den Zuschlag gegeben hatte, in Hückeswagen eine zweigruppige Einrichtung zu errichten, hat der Schulverein der Rudolf-Steiner-Schule in Bergisch Born das Grundstück an der Ewald-Gnau-Straße mit dem Pavillon gekauft. In dem war früher der 2010 aufgelöste Martin-Luther-Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde untergebracht. Der Schulverein wird das Gebäude bauen und an die „Zwergenbande“ vermieten. Auch die Architektur soll auf die Waldorfpädagogik abgestimmt sein – die Gruppenräume werden Richtung Sonne ausgerichtet, durch Oberlichter Licht gelangt auch in Bäder und Flure. Der Boden besteht aus Holz, und überhaupt spielen Naturmaterialien eine große Rolle.

Seit fünf Wochen liegt der Bauantrag beim Kreis, berichtet Nicola Nocon, die später einmal die Kindergartenleitung übernehmen wird. „Die Erstellung des Brandschutzkonzepts hat etwas länger gedauert.“ Jetzt liegt’s an der Kreisverwaltung in Gummersbach, wann der Antrag genehmigt wird. Nicola Nocon hofft, dass die Zusage schnell kommt und noch Anfang September mit dem Abriss des Pavillons begonnen werden kann. „Im Oktober könnten dann die Bauarbeiten starten“, sagt sie. Ziel sei nach wie vor, den Kindergarten im August 2020 zu eröffnen. „Die Architektin ist da sehr optimistisch“, versichert Nicola Nocon.

Die reine Nutzfläche beträgt 416 Quadratmeter, auf denen einmal insgesamt sieben Erzieherinnen 40 Kinder in zwei Gruppen betreuen werden. Das Außengelände wird um die zum Bolzplatz hin gelegenen Böschung erweitert, wofür der Verein „Zwergenbande“ einen Nutzungsvertrag mit der Stadt unterschrieben hat. Denn er wird diese Fläche künftig pflegen. Die Gestaltung des Außengeländes übernimmt die Firma Natur- und Abenteuerschule (Nuas) aus Bergisch Gladbach, die dort unter anderem Matschspielplätze und eine Kletterlandschaft bauen soll. „Das wird wirklich sehr schön“, ist sich Nicola Nocon sicher. Allerdings muss der Verein für die Finanzierung auf die Suche nach Fördermitteln und Unterstützern gehen.

Den Betrieb aufnehmen wird der Kindergarten jedoch erst, wenn das Gebäude fertig ist. Ansonsten müsste über Ersatzräumlichkeiten nachgedacht werden. „Das würden wir dann aber mit der Stadt und dem Kreis besprechen“, versichert Nicola Nocon. Anmelden können Eltern ihre Kinder für den Waldorfkindergarten vorerst noch nicht. Erst ab dem 1. August ist das Portal „Little Bird“ beim Kreis freigeschaltet, erst ab diesem Zeitpunkt sind Anmeldungen möglich. „Wir haben schon viele Eltern, die ihre zwei- oder dreijährigen Kinder zu uns schicken wollen“, sagt die künftige Leiterin. „Aber wir wünschen uns auch Vier- und Fünfjährige.“ Wobei sie betont, keine Kinder von anderen Einrichtungen abwerben zu wollen. Wahrscheinlich werde der Kindergarten im ersten Jahr noch nicht mit der vollen Anzahl von 40 Kindern starten, sondern womöglich erstmal nur mit einer Gruppe. „Denn wir müssen ja auch noch Plätze frei halten für die Jahrgänge, die danach kommen.“