Bastian Bielendorfer mit Vorpremiere in Hückeswagen

Der Lehrersohn in Hückeswagen : Comedian Bielendorfer sorgt für laute Lachanfälle

Der Comedian und Bestseller-Autor Bastian Bielendorfer beehrte am Wochenende gleich zweimal die Schlossstadt.

Im Kultur-Haus Zach präsentierte der 34-jährige Gelsenkirchener die Vorpremiere seines zweiten Solo-Programms „Lustig aber wahr“ und sorgte damit für zwei ausverkaufte Abende in Hückeswagen.

Wie oft sich Bastian Bielendorfer bei seinem Hückeswagener Publikum bedankte, war schon auffällig – angesichts der Vorpremiere eines neuen Programms – vermutlich aber auch sehr verständlich: „Das Programm ist noch nicht fest zementiert, bis zur Tour kann sich einiges verändert“, bemerkte der Künstler und fügte hinzu: „Von eurer Reaktion hängt ab, ob das Programm ein Kunstwerk wird, oder ein geschredderter Bansky.“ Es hatte seine glanzvollen Höhepunkte.

Nach seinem erfolgreichen Premiere-Solo „Das Leben ist kein Pausenhof“ (2016) und mehreren veröffentlichten Büchern, in denen er aus seinem Leben als Kind zweier Pädagogen erzählt, folgt nun „Lustig aber wahr“. „Grundsätzlich ist das, was ich in meiner Show erzähle, nicht erfunden“, sagte Bielendorfer und das ist schon ziemlich skurril: Ein Vater, der seinen kleinen Sohn einer fremden Kassiererin auf den Schoss setzt und mit den Worten „das ist jetzt ihrer“, alleine im Baumarkt zurücklässt oder ihn als Aprilscherz dazu bringt, aus Solidarität mit afrikanischen Kindern in Unterwäsche in die Grundschule zu gehen. Eine Grundschullehrerin als Mutter und eine gewitzte Oma, die in ihrem hohen Alter auch mal gerne zu tief ins Likörglas blickt. Die Anekdoten der Bielendorfers und Familienmops Otto amüsierten das Hückeswagener Publikum, das durchgängig mit lauten Lachanfällen reagierten. Mal erzählte der Künstler locker aus der Hüfte heraus, agierte und reagierte spontan auf das Publikum (trat dabei auch in das ein oder andere Fettnäpfchen – was die Anwesenden noch mehr belustigte) oder las aus seinen Reisetagebüchern vor. Besonders beeindruckte der studierte Psychologe jedoch durch seine bodenständige und nahbare Art. Ein Junge aus dem Ruhrgebiet, gerade heraus, der sich nicht zu schade ist, sich selbst ins Lächerliche zu ziehen, um sein gemischtes Publikum – vom Teenie bis zum Rentner – zu belustigen. „Ich freue mich auch über friedhofsblonde Mäuse im Publikum“, sagte der selbsternannte „Florian Silbereisen der Comedy“ und musste selbst dabei schmunzeln.

Am Ende der Show holten die Zuschauer den Comedian durch langanhaltenden Applaus für zwei weitere Zugaben auf die Bühne. „Das wertvollste Signal für einen Komiker ist, wenn die Leute lachen“, sagte Bielendorfer. Und das taten sie in Hückeswagen.

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