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Barbara Müller ist ehrenamtlich aktiv im ATV Hückeswagen

Ehrenamtlerin Barbara Müller : Von klein auf aktiv im ATV Hückeswagen

Barbara Müller wird 2019 nach dann 40 Jahren den Vorstand verlassen. Ihre Fitness-Gruppe will sie jedoch weiterhin leiten.

Barbara Müller ist ein echtes Urgestein beim ATV Hückeswagen. Die 70-Jährige kann auf die beeindruckende Zahl von 64 Jahren Mitgliedschaft im ältesten Sportverein der Schloss-Stadt zurückblicken. „Ich habe mit etwa sechs Jahren mit dem Turnen angefangen. Meine Trainerin damals hieß Lore von Polheim, eine Tante des heutigen Vorsitzenden Jörg von Polheim“, erinnert sie sich. Mit 14 Jahren bekam sie ihre eigene Mitgliedskarte. „Damals wurde man in diesem Alter Vollmitglied“, sagt Müller.

Lore von Polheim habe sie seinerzeit gefragt, ob sie nicht auch als Übungsleiterin im ATV tätig werden wollte. Sie wollte: „Zunächst war ich Helferin, ich habe verschiedene Lehrgänge für die Übungsleiter-Lizenz absolviert.“ Den Übungsleiterschein bekam sie dann mit 18 Jahren, bis heute ist Müller als Übungsleiterin aktiv dabei. Den Schein habe sie alle vier Jahre verlängern müssen. „Ich habe noch den allgemeinen Übungsleiterschein, da schnuppert man in alle Bereiche ein bisschen rein – heute ist das schon wesentlich differenzierter“, sagt die 70-Jährige. 

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Müllers Bereich ist das Turnen. Die Hückeswagenerin hat immer viel mit Kindern und Jugendlichen gemacht, dazu kam der Aerobic-Fitness-Kursus für Frauen und Mädchen, den sie bis heute noch leitet. „Ich habe 1978 eine Mutter-Kind-Gruppe übernommen, weil die damalige Übungsleiterin schwanger war“, erzählt sie. Denn aus der nur für kurze Zeit geplanten Vertretungszeit wurden letztlich etwa 28 Jahre: „2006 hat Kerstin Gurlt die Gruppe schließlich übernommen.“ Auch an Hückeswagen ging die große Aerobic-Welle der 80er-Jahre nicht vorbei. „1983 habe ich Aerobic-Kurse angeboten. Damals war die Sporthalle voll, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt Müller.

Auch heute noch macht sie in ihrer Frauengruppe Aerobic-Übungen. Müller versucht dabei aber immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben und informiert sich über neue Trainingseinheiten, Trendsportarten und andere sportliche Neuigkeiten. „Wir machen Übungen mit Step-Brett, Balance-Pads und Pilates. Ich bilde mich da nach Möglichkeit immer weiter“, versichert sie.

Ihre Gymnastik-Gruppe sei mittlerweile weit mehr als nur ein wöchentlicher Sport-Treff, sagt sie weiter: „Wir werden gemeinsam alt. Und auch wenn immer wieder mal neue Frauen dazukommen, dann werden die direkt aufgenommen.“ Die Frauen würden viel zusammen unternehmen, Ausflüge machen und gemeinsam feiern. „Das ist richtig schön zusammengewachsen“, sagt die 70-Jährige zufrieden. Solange die eigene Gesundheit mitspielt, will Müller die Aerobic-Fitness-Gruppe auf jeden Fall weiterführen.

1979 wurde sie Schriftführerin im Vorstand, zehn Jahre später wurde sie zur ehrenamtlichen Geschäftsführerin gewählt und kümmerte sich fortan um den gesamten Schriftverkehr, die Finanzbuchhaltung und die Mitgliederverwaltung. Im kommenden Jahr stehen beim ATV Vorstandswahlen an. „Dann will ich meine Ämter nach 40 Jahren abgeben. Für die Buchhaltung und die Mitgliederverwaltung gibt es schon potenzielle Nachfolger, es wird aber noch ein Schriftführer gesucht“, sagt Müller. Es sei leider nicht so einfach, Vorstandsmitglieder zu finden. „Es gibt eben kein Geld für teils vergleichsweise hohen Aufwand. Man muss die Leute wohl einzeln ansprechen“, sagt die Geschäftsführerin nachdenklich.

Dabei sei das Ehrenamt eine sehr bereichernde Sache. „Es macht nicht nur viel Spaß, ich habe auch sehr viel dazugelernt“, versichert Müller. So etwa im Team zu arbeiten oder das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Früher sei sie eher zurückhaltend gewesen, aber als Übungsleiterin müsse sie auch den Mund aufmachen und sagen, was nun gemacht werden soll. „Da wächst man rein, aber es war am Anfang nicht ganz leicht“, sagt die 70-Jährige.

Sie bemängelt, dass viele das Ehrenamt als selbstverständlich ansehen würden. „Aber es steckt eine Menge Arbeit – unbezahlte Arbeit! – dahinter. Und es wird immer mehr, weil die Bürokratie mehr wird.“ Dennoch wolle sie die Zeit im Vorstand nicht missen. „Ich kann mich auf meine Kollegen verlassen, die Zusammenarbeit klappt super. Und es sind eine ganze Menge Freundschaften entstanden.“