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Hückeswagen: Balanceakt auf zwei Rädern

Hückeswagen : Balanceakt auf zwei Rädern

Die Hückeswagenerin Kira Laffin sammelt zurzeit Punkte für die Deutsche Meisterschaft im Trial-Fahren. Doch wer auf einem solchen Motorrad an den Start geht, will nicht der Schnellste sein. Der Geschickteste gewinnt.

Kira Laffin fährt ohne Führerschein Motorrad. Doch das ist bei der 14-Jährigen kein Problem. Denn die junge Hückeswagenerin ist auf ihrer 125er ProMoto Sherco ausschließlich bei Turnieren unterwegs, oft auf nur einem der zwei Räder. Denn: „Beim Fahren von Trial-Motorrädern geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Geschick. Wir klettern zum Beispiel über Steinplatten hoch“, erklärt Kira Laffin. Zurzeit sammelt sie Punkte für die Deutsche Meisterschaft.

Gute Tipps für die Konkurrenz

Dass die meisten ihrer Konkurrenten im Parcours Jungs sind, macht Kira Laffin nichts aus. „Die haben natürlich mehr Kraft als ich. Doch das gleiche ich durch Technik einfach wieder aus“, versichert die Trial-Fahrerin. Beim ATV Hückeswagen macht sich die Schülerin mit einem Konditionstraining gezielt für längere Parcours fit. Auch wenn sie allein trainiert, begreift sich Kira nicht als Einzelkämpfer. „Anders als bei den Cross-Fahrern sind wir nacheinander im Parcours und geben uns Tipps, wie der Boden an dem Tag aussieht. Ich diskutiere auch super gern mit den anderen Fahrern über Stil und Technik“, erzählt die 14-Jährige.

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Gefachsimpelt wird auch mit den Vereinskollegen vom MSC Herbede – gerade über die größten Herausforderungen. Kira ist richtig gefordert, wenn Regen Waldhänge aufgeweicht hat, oder wenn der Kies ganz trocken ist und lose aufliegt. „Das durchdrehende Hinterrad ist auf dem Kies besonders gefährlich“, erläutert die Realschülerin.

In ihrem Fotoalbum hat sie Bilder, die an besonders schwere und knifflige Passagen erinnern. Zwischen den Fotos von Wettkämpfen kleben auch einige von ihr, auf denen sie ganz entspannt auf ihrer 125er ProMoto Sherco sitzt und über das ganze Gesicht strahlt. Ein Foto erinnert die junge Hückeswagenerin jedoch an eine nicht so schöne Erfahrung. Ein dunkler Bluterguss zieht sich über einen Großteil ihres Oberschenkels. „Das war bisher meine schmerzhafteste Verletzung. Ich bin ganz blöd auf einen Stein gefallen“, sagt Kira Laffin. Angst kennt sie trotzdem nicht. „Bei jeder Sportart kann man sich irgendwie verletzen. Das gehört dazu“, meint die 14-Jährige.

Zu ihrem Sport hat Kira Laffin über ihre Eltern und die große Schwester gefunden. Als Sozius auf dem Motorrad ihrer Eltern schnuppert die Schülerin auch jetzt schon einmal Fahrtwind auf den Straßen im Oberbergischen. „Ich freue mich schon riesig drauf, einen Führerschein zu haben und auch auf die Straße zu dürfen“, sagt Kira Laffin. Gerade die kurvigen Bergstrecken sein genial zum Fahren.

(RP)