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Babyboom bei der Hückeswagener Feuerwehr: Nachwuchs im Anmarsch

Nachwuchs unterwegs : Babyboom bei der Hückeswagener Feuerwehr

Drei aktive Feuerwehrfrauen des Löschzugs Stadt erwarten fast gleichzeitig Nachwuchs. Die frohe Botschaft konnten die werdenden Eltern aufgrund der Corona-Situation den Kameraden nur per Video-Chat verkünden.

Ihre Beförderungsurkunden zur Oberfeuerwehrfrau haben die drei Mitglieder des Löschzugs Stadt der Hückeswagener Feuerwehr noch nicht erhalten, da die Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr wegen der Corona-Situation verschoben werden musste. Der Rangaufstieg ist aber ohnehin erst einmal zur Nebensache geworden, denn die drei Frauen der Freiwilligen Feuerwehr kommen zurzeit nicht mehr zu den Übungen und passen auch kaum noch in ihre Schutzkleidung. Darüber traurig ist dennoch niemand, denn die Gründe dafür sind die wachsenden Babybäuche der drei angehenden Mütter.

Im Oktober, November und Januar erwarten Nadja Knepper (31), Angelique Kroisl (26) und Darinka Steinebach (26) Nachwuchs – alles Jungen und alle nur etwa fünf Wochen versetzt. „Das ist absoluter Zufall und nicht abgesprochen“, versichert Nadja Knepper lachend. Der Zuwachs lohnt sich, denn schon drei Kräfte bilden bei der Feuerwehr einen selbstständigen Trupp.

Feuerwehrsprecher Morton Gerhardus sieht das Ganze ebenso positiv: „Wir verzichten auf drei Einsatzkräfte, kriegen dafür aber sechs zurück“, freut er sich über den unverhofften Babyboom. Die Hoffnung, dass die Kinder ebenfalls in die Freiwillige Feuerwehr eintreten werden, ist berechtigt. Immerhin ist er selbst das Kind eines langjährig aktiven Feuerwehr-Ehepaars. Eine automatische Mitgliedschaft erhalten die drei erwarteten Babys bei ihrer Geburt allerdings nicht. „Etwas Freiheit zur eigenen Entscheidung haben sie schon“, versichert Stadtbrandinspektor Karsten Binder. Die Voraussetzungen sind allerdings gegeben, denn es gibt in der Schloss-Stadt für sechs- bis zehnjährige Kinder eine Kinderfeuerwehr und für zehn- bis 18-Jährige die sehr aktive Jugendfeuerwehr.

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Die Verwandtschaft der werdenden Eltern stellt mit selbst genähten Stramplern, die wie Feuerwehr-Uniformen aussehen, schon einmal die Weichen. Das verwundert nicht, denn auch die werdenden Väter sind allesamt Mitglieder im Löschzug Stadt. „Mein Lebensgefährte macht das beruflich, ist aber auch in Hückeswagen aktiv“, erzählt Nadja Knepper, die bereits ihr zweites Kind erwartet.

Aufgrund der Corona-Situation sind die Übungs- und Freizeitaktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr jedoch stark heruntergefahren. „Der Grill hat in diesem Jahr noch nicht einmal draußen gestanden“, bedauert Binder die fehlenden Gemeinschaftsaktionen. Die gute Nachricht konnten die drei Paare daher nur über das Handy per Whatsapp-Video preisgeben. „Wir hätten die Bombe gerne vor allen Kameraden persönlich platzen lassen“, sind sich die drei Frauen einig. „Die Kameradschaft fehlt schon sehr“, fügt Darinka Steinebach hinzu. Alternativ haben die werdenden Mütter ein Baby-Frühstück ins Leben gerufen, zu dem sie sich regelmäßig treffen und bei dem sie sich austauschen können.

Sorge darüber, nach der Geburt nicht mehr in ihre Uniformen zu passen, haben die Oberfeuerwehrfrauen nicht. „Es gibt in Kürze sowieso neue Jacken und Hosen für die Aktiven“, kündigt der Wehrchef an. Und Darinka Steinebach berichtet „Meine Hose habe ich vorsorglich schon eine Nummer größer bestellt.“

Im nächsten Jahr würde sich fast schon eine eigene Spielgruppe oder Kinderbetreuung bei der Feuerwehr lohnen, wie die drei Schwangeren ganz nebenbei anklingen lassen. So hätten die Feuerwehrfrauen nach den Geburten wieder die Möglichkeit, ihrer Freizeitbeschäftigung zum Wohl der Gesellschaft fortzuführen. „Dafür haben wir hier leider keinen Platz“, wiegelte Binder lachend ab.

Wenn die Kinder auf der Welt sind und es die Umstände zulassen, möchten die jungen Eltern mit den Kameraden zum gemeinsamen „Babypinkeln“ einladen. Vielleicht schließt sich dann auch die Betreuerin der Kinderfeuerwehr an, die zwar nicht zum Löschzug Stadt gehört, aber ebenfalls ein Kind erwartet. Die werdenden Väter haben von ihren Frauen trotz der bevorstehenden Ereignisse das Einverständnis, auch weiterhin an Einsätzen teilzunehmen. Lediglich im Kreißsaal sollte der Pieper zur Alarmierung dann doch lieber zu Hause bleiben.