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Hückeswagen: Aufschlag-Ass aus der Schloss-Stadt

Hückeswagen : Aufschlag-Ass aus der Schloss-Stadt

Als Fünfjähriger begann Nikolai Isenberg mit Tennis. Heute spielt er im Leistungskader beim RTHC Leverkusen.

Nikolai Isenberg ist im Stress. Viel lieber würde er jetzt auf dem Tennisplatz in der Halle stehen und Bälle schlagen. Stattdessen paukt er für seine mündliche Englischprüfung. Aufgeregt sei der Realschüler der 8. Klasse nicht. "Letzte Woche hatte ich schon eine Französischprüfung, da kommt langsam Routine rein." Bei Tennisspielen sei er auch nicht mehr nervös, das nehme mit der Erfahrung ab.

Und Erfahrung auf dem Platz hat Nikolai mit seinen 14 Jahren bereits reichlich. Einen Tennisschläger hielt er das erste Mal 2008 in der Hand. Ein Nachbar nahm den damals Fünfjährigen mit zu einem Tennis-Sommercamp in Hückeswagen. "Für mein Alter war ich damals schon vergleichsmäßig groß", sagt der heute 1,83 Meter große Teenager, "hier beim TC 03 Hückeswagen hat alles angefangen." Ab 2010 ging es in einem Verein in Bergisch Gladbach weiter, doch in seiner damaligen Spielklasse, U12, hatte er keine herausfordernden Gegner mehr. "Mein Trainer in Bergisch Gladbach hatte Kontakte zum RTHC Leverkusen", erzählt Nikolai Isenberg, "das hat mich gerettet." Heute trainiert und spielt er im Leistungskader beim RTHC Leverkusen.

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Warum Nikolai Isenberg im Leistungskader spielt, zeigte er erst neulich bei seinem ersten Turnier im neuen Jahr. Den Ulber Cup in Werne konnte der junge Spieler mit Leistungsklasse 15 für sich entscheiden. "Ich bin dahin gefahren und hab gedacht ,Hier ist heute nichts für mich zu holen'", sagt der Hückeswagener, "und dann hab ich das Ding gewonnen. Total krass." Dabei ist Nikolai Isenberg, Jahrgang 2002, gerade erst in die Spielklasse U16 aufgestiegen. Seine Gegner sind meist ein Jahr älter und haben entsprechend auch mehr Spielerfahrung. "Wenn du weißt, dass dein Finalgegner in der Rangliste ein paar hundert Plätze vor dir liegt, gehst du eigentlich von einem kurzen Match aus." Doch Nikolai Isenberg holte im Finalspiel alles aus sich heraus und zeigte seinem Gegner, warum selbst erwachsene Vereinskollegen beim RTHC großen Respekt vor seinem Aufschlag haben.

Mit dem Turniersieg in Werne knüpft Nikolai an sein Erfolgsjahr 2016 an. Turniersiege sicherte er sich in Koblenz, Hattingen und Köln; beim Leistungsklassen-Turnier in Lindlar startete er bei den Herren - hier konnte er zwei Siege verbuchen.

Turniere am Wochenende, vier Trainingseinheiten unter der Woche und Kraftübungen für zuhause - wer im Leistungskader spielt, hat einen vollen Wochenplan. Kino, Freunde treffen und die ersten Partys: Für Dinge, die Teenager mit 14 Jahren interessieren, bleibt ihm wenig bis gar keine Zeit. Aber es stört ihn nicht. "Schule, Hausaufgaben, Training: An meinen Tagesablauf bin ich gewohnt - und ich habe ihn mir selbst ausgesucht." Er habe nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Seine Freunde habe er überwiegend beim RTHC. "Dort haben wir die gleichen Interessen", sagt der 14-Jährige.

Wenn der Roger Federer-Fan nicht selbst auf dem Platz steht, schaut und spielt er gerne Basketball. "Die Spieler sind alle super groß, aber trotzdem athletisch und beweglich - das finde ich ziemlich cool." Seine dritte Leidenschaft: das Kochen. Besonders gerne koche er mexikanisch, wofür er auch mal eine Stunde in der Küche steht. "Hier muss ich allerdings noch an meinen Aufräum- und Abspülfähigkeiten arbeiten, meint meine Mama", gibt er zu.

Seine Tennisfähigkeiten kann der Realschüler am Wochenende wieder unter Beweis stellen. Dann geht es zu den U16-Hallenverbandsmeisterschaften. Seine Chancen schätze er nicht allzu groß ein, sein erster Turniergegner liegt 500 Rangplätze über ihm. Auf Nikolais Schreibtisch liegt ein Zettel mit seinem Lieblingsspruch: "Besiegt ist der, der aufgibt - alle anderen sind Sieger."

(laha)