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Hückeswagen: Auf Etapler Platz startet Bombensuche

Hückeswagen : Auf Etapler Platz startet Bombensuche

Seit fünf Wochen umschließt ein Bauzaun das Gelände des ehemaligen Raiffeisenmarkts, auf dem ab dem Frühjahr der Neubau errichtet werden soll. Jetzt beginnt der Kampfmittelbeseitigungsdienst damit, nach Blindgängern zu suchen.

Der Bagger ist bereits abgeladen, die Bohrwelle steckt im Pflaster. Das sind Zeichen dafür, dass es jetzt endlich losgeht mit den vorbereitenden Arbeiten am Neubau-Projekt der Viersener Firma Horus auf dem Gelände des ehemaligen Raiffeisenmarkts. Investor Martin Schommer, der geschäftsführende Gesellschafter von Horus, teilte am Mittwoch auf Anfrage der BM mit: "Wir haben die Baugenehmigungen für die Projekte Horus 7 und 8 erhalten." Damit bezog er sich auf den Neubau mit Geschäften, Praxen, Büros und Wohnungen sowie den Umbau des gegenüberliegenden Lebensmittelmarkts Kaufpark.

Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen für alle Beteiligten, sagte Schommer mit Verweis auf die Baugenehmigung. Er lobte dabei jedoch ausdrücklich die Baugenehmigungsbehörde des Kreises. "Da gab es nichts zu beanstanden", versicherte der Investor. Schließlich handele es sich um ein aufwändiges Verfahren, an dem etliche Leute und viele Behörden beteiligt seien. "Das Kreisbauamt hat unseren Antrag ordentlich geprüft, und wir wurden gut behandelt", sagte Schommer.

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Bevor in einigen Wochen damit begonnen werden kann, die rund 3000 Quadratmeter große Baugrube auszuheben, rückt jetzt der Kampfmittelbeseitigungsdienst an. Die Mitarbeiter suchen auf dem Terrain des ehemaligen Güterbahnhofs nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Hatten die Alliierten doch Hückeswagen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs bombardiert; am 22. März 1945 waren etliche Bomben auf den Bahnhof niedergegangen. Bevor das neue, mehrstöckige Gebäude errichtet werden kann, müssen die Experten daher nun nach möglichen Bomben im Erdreich suchen. So war das auch vor dem Bau der Alten Ladestraße (Stadtstraße).

"Es werden rund 400 Löcher mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern und einer Tiefe von sieben Metern gebohrt", berichtete Schommer. Durch eine Röhre wird dann eine Sonde herabgelassen, um zu messen, ob unter der Oberfläche Blindgänger liegen.

Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, rollen die größeren Bagger und die Lkw an. Zunächst werden sogenannte Rüttelstopfsäulen in den Boden im Überschwemmungsgebiet der Wupper gerammt, der für ein Gebäude dieser Größe nicht ausreichend tragfähig ist. Die werden mit Kies aufgefüllt, dann werden die Röhren wieder herausgezogen. Später wird die Baugrube ausgehoben und mit einem Verbau aus stabilen Brettern versehen. Das geschieht, damit kein Erdreich nachrutscht und die Straßen und Parkplätze ringsum nicht absacken.

Die Aufträge für den Bodenaushub, die Verdichtung des Bodens und den Verbau sind laut Schommer bereits vergeben. "Zurzeit läuft die Ausschreibung der Rohbauarbeiten", berichtete er. Anfang Januar soll dann auch dieser Auftrag vergeben werden, so dass im Februar/März - je nach Wetterlage - mit den ersten Betonarbeiten wie der Bodenplatte begonnen werden kann.

Nach rund einem Jahr Bauzeit könnten Anfang/Mitte 2016 die ersten Mieter einziehen. Mietverträge hat Horus bereits geschlossen mit Deichmann (Schuhe), Steinbrink (Bäckerei), Manfred Beeh (Zeitschriften, Lotto & Toto), dem Oberbergischen Kreis (Nebenstelle des Straßenverkehrsamts), der Volksbank Remscheid-Solingen und einem Textilunternehmen.

Für das Obergeschoss sind Praxen und Büros vorgesehen; Schommer verhandelt derzeit noch mit Ärzten. Zudem gibt es eine große Nachfrage nach den barrierefreien Wohnungen, für die bereits eine Warteliste angelegt wurde.

(RP)