Mobile Redaktion: Auf ein Wort mit den beiden Kandidaten

Mobile Redaktion : Auf ein Wort mit den beiden Kandidaten

Bei einer Tasse Kaffee oder einem Becher Wasser konnten am Donnerstagmorgen während des Wochenmarkts die Hückeswagener bei der Mobilen Redaktion die Bürgermeisterkandidaten kennenlernen. Einige nutzten die Gelegenheit zu einem Gespräch.

Und es gibt sie doch — die Unterschiede zwischen den beiden Bewerbern, die nach der Wahl am kommenden Sonntag, 23. März, die Nachfolge von Uwe Ufer antreten wollen. Bei der zukünftigen Verwendung der maroden Brücke an der Brückenstraße tendiert Dietmar Persian zwar für deren Sanierung. "Es reicht aber eine abgespeckte Version nur noch für Fußgänger", sagte er auf eine Anfrage von Anwohnerin Evi Hörter.

Die Autofahrer hätten genügend andere Möglichkeiten, in die Wohngebiete zu gelangen. Sein Kontrahent Ulrich Kowalewski hingegen macht sich für den Erhalt der Fahrbahn für Autos stark. "Sie muss weiter befahrbar bleiben", sagte er am Stand der Bergischen Morgenpost. Marktbesucher Bernd Dörpinghaus befragte Persian und Kowalewski zum Thema "Kanal-TÜV". Die rot-grüne Landesregierung kippte zwar die allgemeine Pflicht zur Dichtigkeitsprüfung der Abwasserkanäle, ganz vom Tisch ist das Thema dennoch nicht.

Denn die Stadt hat weiterhin die Kompetenz, von Grundstückseigentümer eine Prüfbescheinigung zu verlangen. Beide Ansprechpartner konnten den Hauseigentümer beruhigen. Und Persian versicherte für die Stadt Hückeswagen: "Wir werden das Thema nicht neu aufgreifen." Der Kanal-TÜV sei nur für Häuser in den Einzugsgebieten von Trinkwasser-Talsperren (wie die Große Dhünn-Talsperre) Pflicht. Die Wiehagenerin Agathe Koll diskutierte mit den beiden Bewerbern über die Gestaltung der Wupperauen.

Sie hätte es gerne, wenn sie so blieben, wie sie jetzt sind. "Man sollte da keinen Spielplatz einrichten. Denn dann spielen die Kinder auch am Wasser", argumentierte sie. Und das sei gefährlich. Zudem habe Hückeswagen viele schöne Spielplätze. Kowalewski antwortete, er sei von vielen Müttern angesprochen worden, die in den Wupperauen gerne einen Spielplatz sähen. Und Persian berichtete über Jugendliche, die ihn mit der Bitte um einen Fußballplatz auf der Wiese kontaktiert hätten.

"Da wäre mit wenig Aufwand was machbar." Das Thema "Kultur" lag Dr. Axel Bornkessel am Herzen. Von Kowalewski wollte er wissen, welche Perspektive die Hückeswagener mit Blick auf die Finanzierung der Kultur zu erwarten hätten. Denn: "Wir leben hier in einem kommunalen Armenhaus." Der Kandidat betonte, dass die Kultur die Seele einer Stadt sei und verwies auf eine mögliche Gesetzesänderung in NRW, wonach die Kosten für die Kultur zumindest teilweise als Pflichtaufgaben angesehen werden könnten.

"In diesem Fall setze ich meine Hoffnung ausnahmsweise einmal auf die rot-grüne Landesregierung", sagte der CDU-Bürgermeisterkandidat. Mit Martina Schulze diskutierte er über den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Den findet die Hückeswagenerin nämlich "total schlecht" und "überhaupt nicht koordiniert". Denn so werden gerade junge Leute auf Dauer nicht bleiben wollen. Sie regte an, kleinere Busse einzusetzen und diese dafür häufiger fahren zu lassen.

Kowalewski versprach ihr, im Fall seiner Wahl mit den Oberbergischen Verkehrsbetrieben (OVAG) ein Nahverkehrskonzept aufstellen zu wollen, um das Liniensystem zu verbessern. Auch wolle er dann einmal mit dem Bürgerbusverein sprechen, inwieweit zum Beispiel ein zweiter Bus eingesetzt werden könnte.

(RP)
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