Auch in Hückeswagen soll man die Wiesen einfach mal wachsen lassen

Fridays for Future : Die Wiesen einfach wachsen lassen

Ein Mitarbeiter der Biologischen Station sprach im Planungsausschuss über die Themen Wildblumenaussaat und ökologische Landwirtschaft.

Ökologie und Umweltschutz ist heutzutage vor allem durch die Jugendbewegung „Fridays For Future“ auch in den Köpfen der Erwachsenen angekommen. Auch die Politik macht da keine Ausnahmen. So hatten etwa die Hückeswagener Christdemokraten am Samstag vor Ostern in Wiehagen und auf dem Etapler Platz Tüten mit Wildblumensamen an die Bürger verteilt. Dazu hatte der Hückeswagener CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Schütte unserer Redaktion mitgeteilt, dass er einen Vertreter der Biologischen Station Oberberg in eine Sitzung des Planungsausschusses einladen wollte, der über das Thema referieren würde. „Denn es ist ja auch ein Umweltausschuss“, hatte Schütte gesagt.

Zur jüngsten Sitzung war dann Olaf Schriever von der Biologischen Station Oberberg ins Heimatmuseum gekommen, um über das Thema „Wildblumen, ökologische Landwirtschaft und Bienensterben“ zu sprechen. Allerdings stellte sich bald heraus, dass es oft gar nicht darum gehe, besonders viel zu tun, sondern – ganz im Gegenteil – vielmehr auch mal etwas sein zu lassen. „Ein ganz wichtiger Punkt, der von jedem Einzelnen ganz einfach gemacht werden kann, ist etwa den Rasen im heimischen Garten wachsen zu lassen“, sagte Schriever. Denn so könnten die Insekten die dringend benötigten Rückzugsflächen nutzen. Was im Kleinen im eigenen Garten möglich ist, sei hingegen auch im Großen in Kooperation mit der Landwirtschaft umsetzbar, betonte Schriever. „Wir wollen derzeit die Landwirte dazu ermutigen, nicht alle Grünlandflächen komplett abzumähen, sondern immer wieder auch größere Streifen beim ersten Schnitt stehen zu lassen“, sagte der Mitarbeiter der Biologischen Station.

Praktisch sehe das etwa so aus, dass 50 Meter gemäht würden, die sich daran anschließenden fünf bis sechs Meter jedoch stehen blieben. „Dadurch verlieren die Landwirte nur unwesentliche Mengen an Futtermittel, denn beim zweiten Mähvorgang würde die bereits hochgewachsene Fläche mitgemäht. Für die Insekten wäre das aber eine dringend benötigte Fläche.“ Das sei seiner Meinung nach sinnvoller, als neue Flächen anzusähen, sagte Schriever. Er ergänzte: „Wir sind derzeit im Gespräch mit den Landwirten in Hückeswagen; einige von ihnen machen auch bereits mit.“

Schütte warf dazu ein, dass sich dennoch viele Bürger wünschen würden, selbst aktiv zu werden. „Das ist natürlich ein tolles Projekt. Aber vielleicht gibt es doch auch einen Tipp, was man als normaler Bürger machen kann“, sagte Schütte. Schriever erklärte, dass man sich auf jeden Fall an heimische Sorten halten und regionales Saatgut bestellen sollte. Schütte plädierte dafür, auch weiterhin schnellstmöglich Wildblumensamen auszubringen und vielleicht auch in Gemeinschaftsaktionen Insektenhotels zu bauen. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Grasemann schlug dazu vor, die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Biologischer Station weiter zu intensivieren. Sein Fraktionskollege Horst Fink stimmte zu: „Die Menschen wollen auf jeden Fall etwas tun.“

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