Auch in der Schloss-Stadt heulten gestern Morgen die Sirenen

Landesweiter Warntag : Auch in der Schloss-Stadt heulten gestern Morgen die Sirenen

Auch die Schloss-Stadt beteiligte sich am Donnerstag am landesweiten Warntag, bei dem das Land allen Bürgern veranschaulichen wollte, was es für Warnmittel gibt. Und so heulten die Sirenen um 10 Uhr los.

Wenn die Sirenen heulen, ist meist Gefahr im Verzug. Am Donnerstag war das nicht so. Denn da beteiligte sich auch die Schloss-Stadt am landesweiten Warntag, bei dem das Land allen Bürgern veranschaulichen wollte, was es für Warnmittel gibt. Und so heulten die Sirenen um 10 Uhr los, nachdem es kurz vor 9.30 Uhr über die Warn-App „NINA“, eine Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, eine Vorwarnung gegeben hatte – mit dem Hinweise, dass es sich um eine Übung handelt.

„Wir sind alle eingebunden“, sagte Stadtbrandinspektor Karsten Binder wenige Minuten vor Beginn des Tests. Und so ertönte zunächst ein einminütiger Heulton, gefolgt von einem Dauerwarnton zur Entwarnung. Über die Kreis-Leitstelle folgte ein Probealarm für den normalen Feuerwehreinsatz – so wie er in der Schloss-Stadt an jedem ersten Samstag im Monat als Probealarm ertönt. „Die Bürger sollen sensibilisiert werden, dass da was passiert und wissen, das wir hier Sirenen haben“, sagte Binder.

Hückeswagen verfügt zurzeit über drei fest installierte Sirenen – positioniert auf dem Rathaus am Schloss, auf dem Dach der Sparkasse Wiehagen und auf dem Feuerwehrgerätehaus in Herweg. Hinzu kommen zwei mobile Sirenen, die auf Fahrzeugen montiert werden. Mit ihnen machten sich Binder (ins Industriegebiet Winterhagen) und Roland Kissau vom Ordnungsamt (nach Kobeshofen) auf den Weg. „Hier wurden die Töne abgespult, die auch die fest installierten Sirenen erzeugt haben“, sagte Binder. Der normale Probealarm sei vor allem für alle Hilfsorganisationen im Kreis wichtig, da auf diesem Weg alle Einsatzkräfte an dem Test beteiligt werden. „Alle Funkmeldeempfänger werden so durchgetestet“, sagte Binder.

Hückeswagen sei in der glücklichen Lage, vor Jahren nicht dem allgemeinen Trend vieler Kommunen gefolgt zu sein und Sirenen abgerüstet zu haben. „Diese Städte müssen jetzt wieder aufrüsten“, sagte Binder. Das habe enorme finanzielle Auswirkungen und sei oft auch mit langen Lieferzeiten verbunden.

Binder findet es gut, dass das Land die Bevölkerung warnen möchte – und zwar schnell, frühzeitig und vor allem auch lokal. „Die jüngere Generation kennt doch die meisten Warntöne gar nicht mehr“, sagte er. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York habe ein Sinneswandel eingesetzt. Hückeswagen plane sogar, die Anzahl der fest installierten Sirenen zu erhöhen – und zwar von drei auf fünf.

Bereits elektronisch sind die Anlage auf dem Rathaus und in Wiehagen, aus den 1960er-Jahren dagegen die Sirene in Herweg. Sie soll nach Angaben von Binder 2019 aufgerüstet werden – Kosten: etwa 10.000 bis 12.000 Euro.

Zwei neue Standorte sollen hinzukommen – einer Richtung Kobeshofen, der andere im Gebiet Scheideweg/Straßweg. Ziel sei ein flächendeckender Sirenen-Alarm für das gesamte Stadtgebiet.

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