Asbest in Hückeswagen: Illegal Eternitplatten im Wald bei Purd entsorgt

Umweltverschmutzung in Hückeswagen : Asbestbelastete Platten illegal im Wald entsorgt

Wieder wurde illegal Müll entsorgt – dieses Mal sogar umweltgefährdender Abfall. Denn Landwirt Ernst-Oskar Lambeck entdeckte in seinem Wald in Purd asbestbelastete Eternitplatten. Polizei und Ordnungsamt hat er verständigt.

Ernst-Oskar Lambeck ist es gewohnt, dass Unbekannten in seinem Wald in der Außenortschaft Purd illegal Grünschnitt und Müll, wie Dachziegel und Beton, entsorgen. Erst am Mittwoch entdeckte der Landwirt aus Straßweg frisches Moos, das offenbar aus einer privaten Vertikutieraktion stammt. „Das wird verrotten“, sagt Lambeck. Ebenso wie der Grünschnitt, der wenige Meter weiter an der Hangkante vor sich hin gammelt. Sein Geduldsfaden ist allerdings gerissen, entdeckte der Landwirt doch am Dienstag im Hang mehrere Winkelplatten aus Eternit, die von einem Hausgiebel stammen müssen. „Das ist asbesthaltiges Material“, stellt der Waldbesitzer klar. Das sei umweltschädlich, weshalb er Polizei und Ordnungsamt informierte.

Die abgeschiedene Lage dieses Waldstücks lädt offenbar so manchen Umweltsünder dazu ein, seinen Müll auf unerlaubter Weise zu entsorgen. Das gilt selbst für Grünabfall, der nur auf den Komposthaufen oder in die braune Tonne geworfen werden darf. In einer der vielen Kehren der K14, in der sich schon des Öfteren Lkw auf ihrer Irrfahrt über die schmale und kurvenreiche Kreisstraße festgefahren haben, geht ein Feldweg ab in den Wald. „Das ist ein Privatweg, der ansonsten nur für Holzarbeiten genutzt werden soll“, erläutert Lambeck. Jetzt denkt er darüber nach, ihn mit einer Schranke zu sperren, damit niemand mehr mit seinem Fahrzeug dort hineinfahren und seinen Müll den Hang hinunter werfen kann.

Der Bergische Abfall-Wirtschaftsverband (BAV) muss die Eternitplatten nun entsorgen, nachdem die Stadt diese Aufgabe an ihn übertragen hat (die BM berichtete). Allerdings geht das nicht so einfach, wie Ordnungsamtseiter Andreas Schröder erläutert. Weil mit Eternit nur Fachleute hantieren dürfen, wird Revierförster Heiner Grüter damit beauftragt, eine entsprechende Dachdeckerfirma ausfindig zu machen. Die muss dann die asbesthaltigen Platten bergen und in einen Container werfen, den der BAV bereitstellt und später abfährt.

Das legale Entsorgen von Eternitplatten ist zwar nicht gerade preiswert, weil damit Fachfirmen beauftragt werden müssen. Sollte jedoch der Verursacher des wilden Mülls in Purd ermittelt werden, kommen nicht nur 400 Euro Bußgeld auf ihn zu, sondern auch noch die Entsorgungs- und Transportkosten. Christoph Rösgen, Leiter der Abfallwirtschaft beim BAV, geht davon aus, dass das dann mehr als 1000 Euro kosten würde.

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