Hückeswagen: Arbeitsmarkt dümpelt vor sich hin

Hückeswagen : Arbeitsmarkt dümpelt vor sich hin

Die Zahl der Kündigungen geht zurück – die Zahl der Neueinstellungen aber auch. Folge ist, dass sich jetzt, kurz vor den Sommerferien, wenig tut auf dem Arbeitsmarkt in der heimischen Region.

Die Zahl der Kündigungen geht zurück — die Zahl der Neueinstellungen aber auch. Folge ist, dass sich jetzt, kurz vor den Sommerferien, wenig tut auf dem Arbeitsmarkt in der heimischen Region.

Stefan Krause, Chef der übergeordneten Agentur für Arbeit mit Sitz in Bergisch Gladbach, spricht von einer "verhaltenen Entwicklung". Sie sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Unternehmen gut ausgelastet seien, es aber kaum Auftragsspitzen gebe, die Neueinstellungen erzwingen.

Arbeitslosigkeit leicht gestiegen

In Hückeswagen stellt sich die Situation aktuell so dar: 477 Frauen und Männer sind zum Ende des Monats Juni offiziell arbeitslos gemeldet, sieben mehr als Ende Mai und ebenfalls sieben mehr als Ende Juni vorigen Jahres. Damit steht Hückeswagen statistisch schlechter da als die meisten anderen Städte und Gemeinden im Oberbergischen Kreis, denn fast überall ging die Zahl der Arbeitslosen in diesem Monat zurück. Aber eben nicht im Kreisnorden. Auch in den Nachbarstädten Radevormwald und Wipperfürth ist nach den gestern präsentierten jüngsten Zahlen der Arbeitsagentur ein leichter Zuwachs der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Deutlich mehr als die Hälfte der Arbeitslosen — in Hückeswagen sind es zurzeit 269 Frauen und Männer — kommen aus der Grundsicherung, beziehen also Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. In den meisten Fällen sind sie schon über einen längeren Zeitraum hinweg ohne Anstellung.

Trotz leicht ansteigender Arbeitslosenzahlen in Hückeswagen und der unmittelbaren Nachbarschaft: Für manche Unternehmen in der Stadt und in der gesamten Region wird es zunehmend schwerer, freie Stellen im Betrieb zu besetzen. Stefan Krause liefert die Begründung für die vermeintliche Diskrepanz: "Wenn die Unternehmen aktuell Stellen ausschreiben, dann sind es oft Stellen für Spezialisten. Die sind jedoch rar geworden am Arbeitsmarkt." Mit anderen Worten: Offene Stellen und Bewerber passen häufig nicht zueinander. Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften spitzt sich zu, vor allem in der in Oberberg stark vertretenen Metall- und in der Elektrobranche.

Die Dynamik ist raus

Knapp 1200 offene Stellen in oberbergischen Unternehmen sind aktuell bei der Arbeitsagentur gemeldet, etwas weniger als vor einem Monat — aber gut zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Dem stehen statistisch gut 8300 Arbeitslose gegenüber, 350 weniger als Ende Juni 2011. In der Gesamtbetrachtung sieht der Arbeitsmarkt mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent im Oberbergischen Kreis also besser aus als vor einem Jahr. Der Aufwärtstrend hat aber an Dynamik verloren.

(RP)
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