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An der Bever-Talsperre bei Hückeswagen herrscht Urlaubsstimmung

Sommervergnügen in Hückeswagen : Urlaubsstimmung an der Bever-Talsperre

Trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens herrschte am Wochenende entspannte Stimmung rund um die Talsperre. Die Ordnungspartnerschaft war für Kontrollen im Einsatz – Autos versperrten Rettungswege.

Urlaub in der Heimat – auch das ist möglich. Da durch die Corona-Situation viele Reisen storniert werden mussten, nutzen die Urlauber am vergangenen Wochenende die heimische Region für Entspannung und Freizeitaktivitäten. An den sommerlich heißen Tage war die Bever-Talsperre ein beliebter Anlaufpunkt. Heike Sauerwein musste vor der Erfrischung im kühlen Wasser jedoch erst einmal schwitzen. Sie hatte ein neues, aufblasbares Stand-Up-Paddling-Board (SUP) dabei, damit Hilfe der Bedienungsanleitung zunächst aufgeblasen und fahrbereit gemacht werden musste. „Ich habe einen SUP-Kursus gemacht und dabei Blut geleckt“, freute sich die Hückeswagenerin schon auf ihre erste Fahrt mit dem eigenen Board.

Noch viel mehr Luft zum Pumpen brauchten Nina und Marcel aus Wipperfürth. Zusammen mit Freunden ließen sie eine große Schwimminsel zu Wasser. Der integrierte Pool diente dabei auch gleich als Getränkekühler. „Wir feiern heute einfach nur den Freitag“, sagten die jungen Bever-Besucher voller Vorfreude auf das sonnige Wochenende.

Trotz der Urlaubsstimmung gelten  auch im Freien immer noch die Corona-Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise die Abstandsregel. Ein Ehepaar hatte ganz am Ende der Liegewiese vor der DLRG-Station einen ruhigen Liegeplatz gefunden. „Der Platz ist reiner Zufall“, sagte das Paar, dass keine Befürchtung hatte, den anderen Badegästen zu nah zu kommen.

Lorenz Mick, Betreiber des Ausflugslokals „Zornige Ameise“, hatte sich gut auf den Besucheransturm vorbereitet und auch die Anzahl der Mitarbeiter aufgestockt. „Positiven Stress haben wir an solchen Tagen ja immer, aber jetzt müssen wir noch zusätzlich uns selbst und die Mitmenschen schützen“, sagte der Gastronom. Dazu zähle es, die Gäste an das Tragen des Mundschutzes und das Abstandhalten zu erinnern, was aber überwiegend gut funktioniere. Neben den obligatorischen Ameisen-Burgern, XXL-Schnitzeln, Mettbrötchen und Kuchenangeboten hatte Lorenz Mick jetzt auch original italienische Eisbecher mit frischen Erdbeeren im Angebot, die bei den Temperaturen um die 30 Grad bestens bei den Gästen ankamen.

Eine Warteschlange bildete sich vor dem Restaurant „Haus am See“ auf der Halbinsel Käfernberg. „Wir möchten hier ein Tretboot leihen“, sagten Jessica (19) und Janet Kröcker (20) aus Halver. Am liebsten suchen sich die jungen Frauen an der Bever-Talsperre einen Platz an den sogenannten Affenklippen, wo mutige Schwimmer über eine Hängeschaukel ins Wasser springen können. „Heute wollen wir aber mit der Familie Boot fahren“, sagten sie. Eine ähnliche Idee hatte am Freitag Jörg Landmann. Der ehemalige Hückeswagener, der mittlerweile bei Bonn wohnt, hatte sich bei der Schule für Sportschiffer ein Segelboot gemietet. „Es ist sehr schön, mal wieder hier an der Bever zu sein“, sagte er nach dem Segelturn auf dem Wasser. Jannika Schnabel und Moritz Schindler hatten es sich vor dem eigenen Wohnwagen in Käfernberg gemütlich gemacht. „Wir hatten zum Glück noch keine Reise gebucht und werden den Sommer definitiv hier verbringen“, kündigte das Paar an.

Für Auswärtige bestand die Aufgabe zunächst darin, einen guten Parkplatz zu finden. Die Parkmöglichkeiten rund um die Talsperre waren am Freitagnachmittag mehr als knapp, wodurch auch Zufahrten für Rettungsfahrzeuge zugestellt wurden. „Einige Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, insbesondere in den Bereichen Oberlangenberg und Siepersbever“, wie Bürgermeister Dietmar Persian berichtete. Das Ordnungsamt der drei Städte Radevormwald, Wipperfürth und Hückeswagen war dabei ebenso im Einsatz wie der Wupperverband und die Polizei. „Leider stand auch die große Wiese in Oberlangenberg noch nicht für das Parken zur Verfügung, das konnte noch nicht geregelt werden“, bedauerte Persian. 30 Knöllchen wurden allein am Freitag verteilt.

Bei den Kontrollen vom Wasser aus wurde besonders auf illegale Feuer geachtet, da die Waldbrandgefahr aufgrund der Trockenheit derzeit besonders hoch ist. „Ein paar Raucher mussten ermahnt werden, letztlich waren aber alle einsichtig“, fügte der Bürgermeister hinzu.