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Am ATV Hückeswagen trainieren Sportler Skigymnastik auch ohne Winterurlaub

Sport in Hückeswagen : Skigymnastik auch ohne Winterurlaub

Beim ATV hat die Skigymnastik schon eine jahrzehntelange Tradition. Am Sonntag begann ein neuer Kursus unter Corona-Bedingungen. Trainiert werden Ausdauer, Kondition, Balance und Koordination. Es darf mitgemacht werden.

Ob es in diesem Winter überhaupt möglich sein wird, in den Skiurlaub zu fahren, weiß Familie Dörpinghaus aus Hückeswagen nicht. „Man kann ja nicht planen“, sagt Sabine Dörpinghaus. Zur Skigymnastik im ATV geht sie dennoch – und zwar gleich mit der ganzen Familie. „Es macht Spaß, man wird fit dadurch und es ist eine schöne Familienaktion“, fügt Ehemann Jörg Dörpinghaus hinzu. Auch ihren Kindern Pia (16) und Matteo (14) macht der Sport am Sonntagmorgen Spaß. „Ich fahre gerne Ski, und ohne Vorbereitung tun mir sonst die Waden weh“, sagt der 14-Jährige.

Genau solche Probleme soll die sportliche Vorbereitung auf die Skisaison verhindern. Der Muskelaufbau, den Übungsleiterin Danja Apfel mit der Skigymnastik fördert, ist nicht nur für die Abfahrt auf den Bretten gedacht, sondern schützt ebenso vor Gelenkverschließ, Schmerzen und Stürzen. Und das ganz unabhängig davon, ob in den nächsten Monaten ein Urlaub im Wintersportgebiet ansteht oder nicht.

Seit mehr als 40 Jahren bietet der ATV in seiner vereinseigenen Halle auf dem Fürstenberg die Skigymnastik an. Sie beginnt immer nach den Herbstferien und endet kurz vor Weihnachten.

In diesem Jahr ist vieles anders. Aufgrund des Hygienekonzepts in der Corona-Krise sind auf den Fluren der Sporthalle Atemmasken zu tragen. Zudem empfiehlt der Verein, schon in Sportkleidung zu den Übungsstunden zu kommen, um die Umkleideräume nicht nutzen zu müssen.

Während des Sports muss natürlich keine Maske getragen werden. Für den benötigten Abstand ist der Platz in der großen Sporthalle mehr als ausreichend. Zudem wurde die Trainingsstunde von 90 auf 75 Minuten gekürzt, so bleiben 15 Minuten Zeit, um vor dem Spielbeginn der Hobby-Volleyballer gründlich durchzulüften. „Außerdem sollen sich die Sportler beim Wechsel nicht begegnen“, erklärt Danja Apfel.

Für die Hygienevorschriften ist die Übungsleiterin gut ausgerüstet. Benötigte Geräte werden nur mit Handschuhen angefasst und nach dem Sport werden jeder Ball und jeder einzelne Gymnastikreifen desinfiziert, bevor sie zurück in den Geräteraum geräumt werden.

Die Übungsleiter nehmen dieses Prozedere in Kauf, um weiterhin Sportstunden anbieten zu können und um sich und die Sportler vor Ansteckung zu schützen.

Nach dem Aufwärmen geht es auch schon los mit Hock- und Seitensprüngen, Koordinations- und Konditionsübungen. Zwölf Sportwillige sind zur ersten ATV-Skigymnastik-Stunde gekommen. Bei einigen Übungen geraten die Teilnehmer ganz schön ins Schwitzen. Der Muskelkater wird sich wahrscheinlich am nächsten Tag einstellen. „Es muss aber sein, denn die Knochen werden immer steifer“, sagt Eckhard Schwertner, der seit 40 Jahren ein treuer Teilnehmer des Kursus im ATV ist.

Durch die Reihe sind die Sportler „Wiederholungstäter“. Wer einmal mitgemacht hat, kommt gerne wieder, sowie auch Meike Kraft. „Für mich ist die Skigymnastik eine feste Einrichtung“, sagt die Wipperfürtherin. Sie ist sehr froh, dass Danja Apfel die Gruppe vor einigen Jahren von ihrem Vorgänger Jürgen Dickentmann übernommen hat. „Ohne Nachfolger wäre der Kursus ansonsten vielleicht nicht mehr zustande gekommen“, vermutet Meike Kraft. Im Januar steht für die Wintersportlerin eine Skifreizeit an. „Man muss abwarten, ob sie überhaupt stattfinden kann“, bleibt sie dennoch optimistisch.

Am Ende der Sportstunde werden noch einmal die Bänder gedehnt und die Muskeln gelockert. Nach Hause gehen die Sportler mit dem guten Gefühl, etwas für ihre Gesundheit getan zu haben. Für Nachzügler ist die ATV-Skigymnastik offen, auch wenn sie nicht Mitglied im Verein sind. Die Halle bietet ausreichend Platz für weitere Teilnehmer, die jederzeit einsteigen können.