Hückeswagen: "Alter Blues" ganz frisch interpretiert

Hückeswagen: "Alter Blues" ganz frisch interpretiert

Zum letzten Blues-Abend in diesem Jahr spielten "Harmonica Pete & The Blues Jukes" im Kultur-Haus Zach.

Zum letzten Blues-Abend in diesem Jahr spielten "Harmonica Pete & The Blues Jukes" im Kultur-Haus Zach.

Frontmann Peter (Pete) Sterner wurde dem Namen der Band mehr als gerecht: Einen ganzen Koffer Mundharmonikas — ein bis zwei für jeden Tonart — hatte der Blues-Musiker im Gepäck. Das Instrument kam immer dann effektvoll zum Einsatz, wenn kein Liedtext gesungen werden musste.

Das mitgebrachte Musikprogramm überraschte am Freitagabend viele der rund 30 Zuhörer im Kultur-Haus: Roots-Musik der 40er, 50er und 60er Jahre hatte die vierköpfige Combo auf ihrer Repertoire-Liste, darunter alter Blues schwarz- amerikanischer Herkunft, aber auch Soul, Rock'n Roll, Country und ein wenig Swing. Zwar waren besonders die älteren Stücke nicht alle bekannt, jedenfalls aber zeitgemäß interpretiert.

Maic Hinkel ließ sich von dem vollen Sound der Blues-Band mitreißen. "Das ist richtig erdige, handgemachte Musik und klasse Gitarrenarbeit", sagte der Schückhausener begeistert.

Der Gitarrist Andreas Barheider zog besonders mit seinen brillant gespielten Soli alle Blicke der Zuschauer auf sich. Eugen Pazdzior am Bass und der langhaarige Walter Demtroeder am Schlagzeug komplettierten den vollen und an diesem Abend nicht gerade leisen Sound der Band. Die eigenen Interpretationen verliehen den fast schon historischen Stücken einen ganz neuen Reiz.

"Wir spielen hier im Kultur-Haus ,Gute-Laune-Blues' und nicht die ernsten, seriösen Stücke. Danach ist uns heute nicht", sagte Peter Sterner mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen. Zuschauer Jörg Kasch hätte sich hingegen mehr moderneren Blues gewünscht. "Harmonica Pete" sang dafür gefühlvoll und meist mit geschlossenen Augen von Frauen, der Liebe und dem Sterben. Er verglich Hückeswagen mit Chicago und rockte beim Stück "I'm restless" so richtig ab. Auf Zuschauerwunsch spielte die Band auch den klassischen, seriösen Blues der 50er Jahre mit "Long Distance Call" von Blues-Legende Muddy Waters. Dabei beherrschte Andreas Barheider den Slide-Gitarren-Sound Waters' nahezu originalgetreu und kommunizierte dabei auf musikalischer Ebene mit Schlagzeuger Walter Demtroeder.

Seit 25 Jahren machen "Harmonica Pete & The Blues Jukes" gemeinsam Musik. Peter Sterner und Andreas Barheider zählen noch zu den Gründungsmitgliedern.

Die Freude an der individuellen Interpretation der Stücke konnte man den erfahrenen Musikern deutlich anmerken. Sie übertrug sich auch aufs Publikum und erzeugte gute Stimmung.

Proben müssen die Musiker aus Leidenschaft trotz der langjährigen Erfahrung: "Wenn wir arbeiten, dann nur, um den Anforderungen neuer Stücke zu entsprechen", sagte Peter Sterner lachend.

(heka)
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