Hückeswagener Amateurtheaterverein: Alles klar für „Wipperwagen“-Premiere

Hückeswagener Amateurtheaterverein : Alles klar für „Wipperwagen“-Premiere

Für kommenden Freitag steht die Premiere des neuen Stückes des Amateur-Theatervereins im Kultur-Haus Zach an. Zurzeit wird für die Komödie „Schietwetter“ geprobt. Die Bergische Morgenpost verlost Eintrittskarten für die Premiere.

Eine lange und anstrengende Vorbereitungszeit neigt sich ihrem Ende zu. Seit Sonntag steht im Kultur-Haus Zach die Kulisse für die nächste Eigenproduktion des Amateurtheatervereins „Wipperwagen“: „Schietwetter“ heißt – passend zur Jahreszeit – das Theaterstück von Jannes Frahmsen. Unter der Regie von Oliver Hecker hat sich der „Wipperwagen“ nach „Trennung für Feiglinge“ von 2018 wieder an eine leichte Komödie gewagt. „Wir haben einige Stücke im Internet gesucht, aber es ist gar nicht so einfach, ein Stück für vier Schauspieler zu finden“, sagt der Regisseur. Bei „Schietwetter“ waren sich die „Wipperwagen“-Mitglieder aber schnell einig. „Wenn man beim Lesen mehrmals laut lachen muss, dann ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Stück funktioniert“, ist Hecker überzeugt. Es sei die vierte Produktion im Jahresrhythmus, am kommenden Freitag ist die Premiere im Kultur-Haus Zach.

Zur Geschichte: Zwei Paare machen Urlaub in einem Ferienhaus an der nordfranzösischen Atlantikküste. „Das alleine macht aber noch keine Komödie“, erläutert Hecker. Deswegen ist eines der Paare frisch geschieden, das Ferienhaus befindet sich noch in beider Besitz, und normalerweise wechseln sie sich beim Besuch dort ab. Nun aber sind die ehemals Verheirateten mit ihren neuen Partner zeitgleich am Ort. Das sorgt natürlich für Spannung, Verwechslungen, Bosheiten von beiden Seiten und jede Menge komödiantischen Irrungen und Wirrungen. Neben Hecker, der die Rolle des Peter spielt, werden noch Ute Joho als dessen neue Freundin Manuela auf der Bühne stehen sowie Tanja Pett als Peters Ex-Frau Annette und deren neuer Freund Klaus-Dieter, der von Norbert Becker gespielt wird.

Die Woche vor der Premiere ist besonders aufregend, denn eine gewisse Anspannung macht sich bei allen Beteiligten breit. Vor allem dann, wenn das etwa zweistündige Stück erstmals im Ganzen geprobt wird. „Wir haben noch zwei große Proben und eine Generalprobe vor der Premiere. Wir proben seit März, aber am Stück haben wir es nur zweimal im April gelesen“, berichtet der Regisseur. Das Stück sei mit 100 Seiten Text durchaus sehr umfangreich. „Zu 90 Prozent sitzt er jetzt, wir haben das Ganze in 16 Szenen aufgeteilt und den Text dann als MP3-Dateien eingesprochen, so dass wir ihn immer hören konnten. Und dann hört man in der Tat nichts anderes mehr“, erzählt Hecker lachend. So hätte einer der Schauspieler nach der Premiere des Vorgängerstücks „Trennung für Feiglinge“ beim Abbau im Kultur-Haus Zach lachend ausgerufen: „Endlich wieder Radio hören!“

Erstmals dabei ist Tanja Pett aus Radevormwald. „Ich spiele seit 17 Jahren Kindertheater im Rader Kindergarten Kottenstraße. Dort gibt es eine Elterntheatergruppe, da habe ich schon die Hauptrollen in ,Pippi Langstrumpf’ oder ,Die kleine Hexe’ gespielt“, berichtet sie Da sie Hecker privat kenne und er sie schon öfter auf den „Wipperwagen“ angesprochen habe, habe sie sich nun dazu entschieden, im Amateur-Theaterverein mitzumachen. „Ich wollte das einmal ausprobieren. Ich bin jetzt doch ziemlich aufgeregt“, gesteht die Radevormwalderin lachend. Sie hoffe, dass die Aufregung verschwinde, sobald die ersten Sätze bei der Premiere gesprochen seien.

Der Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenentheater sei groß. „Kinder sind ein sehr dankbares Publikum“, sagt sie. Die kleinen Zuschauer würden viel schneller und unmittelbarer auf alles reagieren, was auf der Bühne passiere. Erwachsene zum Lachen zu bringen sei hingegen schon wesentlich schwieriger. „Außerdem ist man beim Kindertheater viel mehr auf der Bühne unterwegs. Das Erwachsenentheater lebt hingegen viel vom Dialog und den Texten“, sagt die Hobbyschauspielerin.

Damit die sitzen, seien auch die beiden Souffleusen Sabine Lukowitz und Ulrike Weber unerlässlich. Das Bühnenbild, das am Freitag zu sehen sein wird, ist von Thomas Liesendahl gebaut worden, für die Technik sorgt Detlef Bauer. Der war schon beim ersten „Wipperwagen“-Auftritt im Jahr 1976 dabei: „Damals habe ich die Bühne gemacht, das Stück hieß ‚Die Perle Anna‘, und wir sind im ,Parktheater’ aufgetreten“, erinnert sich Bauer an die Premiere im damaligen Hückeswagener Kino an der Friedrichstraße.

Mehr von RP ONLINE