Hückeswagen: Afrikas Rhythmus

Hückeswagen : Afrikas Rhythmus

Die Musikschule erweitert ihr Angebot: Ab September bietet der Senegalese Malick Sillah einen Trommelkursus für Kinder an. Bei den Rhythmen der afrikanische "Djemba"-Trommel sollen sich Geist und Seele entspannen.

Seit fünf Jahren lebt Malick Sillah in Wipperfürth. Der 34-jährige Senegalese will seine Erfahrungen aus seiner afrikanischen Heimat an der Hückeswagener Musikschule weitergeben: In einem zehnwöchigen "Djemba"-Trommellehrgang wird der ausgebildete Trommelbauer den jungen Musikschülern die besonderen Klangformen dieses Instruments vermitteln und ihnen die afrikanische Kultur und deren Kinderlieder näher bringen. "Im Senegal unterrichte ich seit vielen Jahren Kindergruppen in afrikanischer Trommel- und Tanzkunst", erzählt Malick Sillah, als er eines seiner kunstvoll geschnitzten selbst gebauten Instrumente vorführt. Zusammen mit seiner Tanzgruppe "Mama Africa" organisierte er im Senegal zudem erfolgreiche Tourneereisen.

Förderung der Konzentration

Kinder verfügen über ein ausgeprägtes Rhythmus- und Körpergefühl. "Auf den ,Djemba'-Trommeln können sie dieses Gefühl ausleben und innere Kräfte frei setzen", beschreibt Sillah die besondere Wirkung seiner musikalischen Ausrichtung. Auf diese Weise werde Stress abgebaut, und es entstehe ein angenehmes Entspannungsempfinden. "Außerdem fördert das melodische Trommeln die Konzentrationsfähigkeit", betont der 34-Jährige. Für die Kinder sollte jedoch die Freude am Instrument im Vordergrund stehen. "Sie haben einfach Spaß an der ,Djemba'-Musik, fühlen sich wohl und sind zufrieden", betont der Senegalese.

Ab September wird Malick Sillah an der Musikschule unterrichten; seine Lebensgefährtin Manuela Willms übernimmt derweil die pädagogische Betreuung der kleinen Trommler. "Da Malick noch nicht so sicher in der deutschen Sprache ist, werde ich als Vermittlerin und Dolmetscherin zur Verfügung stehen und mich um die Wünsche und Bedürfnisse der Musikschüler kümmern", betont die 45-jährige Wipperfürtherin, die selbst seit einigen Jahren begeistert auf den wohl klingenden Trommeln spielt. Sollte der Kursus gut angenommen werden, haben im Herbst auch Erwachsene die Möglichkeit, die Trommeln auszuprobieren.

Im Winter in den Senegal

Die Wintermonate verbringt Malick Sillah auch weiterhin in seiner afrikanischen Heimat, um sich um seine Trommelwerkstatt zu kümmern. "Ich baue individuelle ,Djemba'-Instrumente mit maßgeschneiderten Abmessungen. Dafür benötige ich spezielle Holzarten wie Buschmango und Kembo, die nur im Senegal zu bekommen sind", beschreibt der Instrumentenbauer sein spezielles Handwerk. Für die Bespannung werden übrigens gewöhnliche Ziegenfelle verwendet. Auch die werden die Teilnehmer seines Trommelkurses kennen lernen.

(RP)
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