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Hückeswagen: Ärger um Schuldner

Hückeswagen : Ärger um Schuldner

Der Kreissportbund hatte die Kassenprüfer des Kreises im Haus: Es gab Gerüchte, wonach der Vorsitzende Wolfgang Schuldner Geld veruntreut haben sollte. Die erwiesen sich jedoch als falsch. Dennoch gibt’s Kritik an Schuldner.

Wolfgang Schuldner, der Vorsitzende des Kreissportbundes, ist in die Kritik geraten: Rechnungen für Schulsportveranstaltungen wurden erst mit deutlicher Verzögerung bezahlt, die vier Teilzeitmitarbeiter erhielten ihre Gehälter verspätet – die Amtsführung des Hückeswageners, der mittlerweile in Würselen bei Aachen lebt, wird als „Ein-Mann-Schau“ bezeichnet. Da es sogar Gerüchte gab, der 61-Jährige habe sich an den Zuschüssen, die der Oberbergische Kreis für den Schulsport zahlt, persönlich bereichert, hat sich mittlerweile das Rechnungsprüfungsamt des Kreises eingeschaltet. Die Prüfung hat aber ergeben, dass „keinerlei finanzielle Unregelmäßigkeiten festzustellen waren“, wie der zuständige Dezernent Dr. Jorg Nürmberger bestätigte.

Angesichts der Vorwürfe tagte jetzt der engere Vorstand des Kreissportbundes (KSB). Schatzmeister Dieter Wagener und KSB-Vize Willi Miebach räumten danach ein, dass es zwar zu „Mängeln beim zeitlichen Ablauf der Rechnungs abwicklung“ gekommen sei. Die Gerüchte, dass Geld unterschlagen worden sei, hätten sich jedoch eindeutig als falsch erwiesen haben.

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Prüfungsamt griff ein

Dass Rechnungen zu spät bezahlt wurden, betrifft den Kreissportbund nicht direkt, sondern Wolfgang Schuldner in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des Ausschusses für den Schulsport. Dieser hat seit einigen Jahren vom Kreis die Aufgabe übernommen, den Schulsport und Sportfeste zu organisieren. Dafür erhält der KSB einen jährlichen Zuschuss des Kreises von 20 452 Euro. Damit begründet Nürmberger auch das Eingreifen des Prüfungsamtes des Kreises: „Wir wollen natürlich sicher gehen, dass unser Geld auch zweckgebunden verwendet werden.“

Die verspäteten Gehaltszahlungen beim Kreissportbund selbst begründet Dieter Wagener damit, dass zugesagte Zuschüsse der Bezirksregierung und des Landessportbunds teilweise verspätet eingegangen seien: Die Zahlungsverzögerungen bei den Gehältern der KSB-Mitarbeiter seien aber unwesentlich gewesen.

„Opfer einer Kampagne“

Schuldner räumt ein, dass er einige Rechnungen zu spät bezahlt habe. Dies habe aber ausschließlich private Gründe – der Umzug von Hückeswagen nach Würselen – gehabt. Er sieht sich als Opfer einer Kampagne und fragt: „Ist das der Dank nach über 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Sport?“ Schuldner lehnt einen vorzeitigen Rücktritt entschieden ab: „Warum sollte ich das tun? Ich habe mir nichts vor zuwerfen.“ Ob er aber bei den Vorstandswahlen im Frühjahr 2007 kandidieren wird, ließ er gestern offen: „Das werde ich rechtzeitig mit dem Vorstand besprechen.“

(RP)